Gremien haben entschieden

Nur diese Kirche bleibt als Standort für Lüdenscheider Katholiken

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St. Joseph und Medardus, die älteste katholische Kirche der Stadt, wird, wenn der Bischof zustimmt, mit ihren umgebenden Gebäuden der künftige Standort der Pfarrei St. Medardus.

Lüdenscheid – Die Entscheidung ist gefallen: Die einzige katholische Kirche soll künftig am Sauerfeld stehen.

Pfarrer Andreas Rose und Hans-Joachim Waibel als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes gaben das Ergebnis der Sitzung bekannt, bei der am Sonntag Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand der Pfarrei St. Medardus den Weg für die Zukunft festgezurrt haben – vorbehaltlich der Zustimmung durch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, die in einigen Wochen erwartet wird.

Nach einer knapp vierstündigen Sitzung im Gemeindezentrum der evangelischen Erlöserkirche – und vor der Reformation ersten Medarduskirche – hätten schließlich beide Gremien getrennt voneinander in geheimer Abstimmung für den Kirchenstandort am Sauerfeld votiert. Waibel und Rose betonen, dass dabei nicht von Gewinnern oder Verlierern gesprochen werden könne. Denn auch Kirche und Räume von St. Joseph und Medardus werden nicht mehr so bleiben wie sie jetzt sind.

Details zur Abstimmung in der nicht öffentlichen Sitzung gaben die beiden nicht bekannt, nur so viel, dass das Ergebnis bei der abschließenden Abstimmung recht eindeutig gewesen sei. Die Dauer der Sitzung lässt allerdings ahnen, dass der Entscheidung einmal mehr ein zähes Ringen vorangegangen ist.

Emotionale Debatte und Kritik an Abstimmung

Nach Informationen der Redaktion täuscht das Ergebnis über die Stimmung in den Gremien hinweg. So eindeutig, wie es nach der Abstimmung scheine, sei die Meinung nicht gewesen, heißt es. Vielmehr sei die Debatte zum Teil hochemotional geführt worden. Verschiedene Quellen berichten, die Abstimmung sei eher undemokratisch erzwungen worden.

Bei den Kritikern gibt es sowohl diejenigen, die gerne mehr als einen Standort erhalten hätten, als auch diejenigen, die sich auf dem Weg zu einem Standort in eine Richtung gedrängt fühlten. Die Stimmen sagen, dass von Einheit und Einigkeit in der Pfarrei keine Rede sein könne. „Der Pfarreientwicklungsprozess ist gescheitert“, war sogar im Zuge der ersten Enttäuschung zu hören.

Fakt ist, dass die Phase der Entscheidungsfindung nun vorbei ist. Damit hat auch der Koordinierungsausschuss seine Arbeit getan. Pfarrer Rose bedankt sich ausdrücklich bei all denjenigen, „die sich in den vergangenen zwei Jahren in den Gremien engagiert und teilweise auch Schläge eingesteckt haben.“

Verkäufe von Kirchen denkbar

Waibel sagt, „die Phase der Lähmung hat ein Ende.“ Sobald die Zustimmung aus Essen vorliegt, kann mit der Umsetzung begonnen werden. Ideen müssen entwickelt werden, was die Pfarrei St. Medardus an kirchlichen und Gemeinderäumen benötigt und sich wünscht. Dann können Planer gesucht werden, die Vorschläge für die Umsetzung am Sauerfeld machen. Nicht unerhebliche Umbaumaßnahmen sind denkbar. Auch der Kirchenraum soll, so der Wunsch von Rose, passend für die gesamte Pfarrei neugestaltet werden.

Für die weiteren vier Kirchen in der Stadt gibt es bis jetzt noch keine konkreten Schließungspläne, aber sobald Interessenten mit einem akzeptablen Konzept gefunden seien, seien Verkäufe denkbar. Zudem werden voraussichtlich keine Investitionen mehr getätigt, was aktuell vor allem Petrus und Paulus betrifft, wo das Gemeindehaus nach einem Wasserschaden nur eingeschränkt benutzbar ist. Die Trocknung ist erfolgt, aber eine Sanierung steht noch aus. Das Ziel bleibt, bis 2030 den neuen Standort der Pfarrei St. Medardus beziehen zu können.

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