Keine Einigung mit neuem Vermieter

Johnny Mauser Club schließt Ende des Jahres

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Fabian Kärnbach (links) und Phillip Nieland.

[Update, 16 Uhr] Lüdenscheid - „Das Kapitel Johnny Mauser ist geschlossen“ – die Betreiber des Nachtclubs, Phillip Nieland und Fabian Kärnbach, müssen den Laden zum Ende des Jahres zumachen. Das gaben sie am Mittwoch bekannt.

Grund dafür seien die Mietkosten, auf die sie sich mit dem neuen Eigentümer des Forums nicht einigen konnten. Der Mietvertrag sei bereits gekündigt, eine Alternative soll es in Zukunft nicht geben. 

Die beiden sitzen in ihrem Laden, die Barhocker sind auf dem Tresen abgestellt. Auf dem Boden verteilt stehen noch einige Kisten rum, „Überbleibsel vom Stadtfest – wir wirken ja auch bei Onkel Willi und Söhne mit“, sagt Nieland. Es hätte sicher einen etwas gemütlicheren Ort gegeben, um die Schließung ihres Clubs öffentlich zu machen, sagt Kärnbach. „Aber das hier ist wohl der authentischste Ort dafür.“

Johnny Mauser schließt Ende 2017: Das waren die besten Partys!

Es war keine einfache Entscheidung für die Betreiber, die den Johnny Mauser Club seit acht Jahren führen. „Wir hören nicht auf, weil wir keine Lust mehr haben“, betont Nieland. Lange hätten sie gekämpft und versucht, mit dem Vermieter eine Lösung zu finden: „Es gab viele Angebote von unserer Seite aus – auch er ist uns ein wenig entgegen gekommen. Aber wir sind an seinen Vorstellungen gescheitert und kommen nicht überein. Das ist für uns wirtschaftlich einfach nicht darstellbar.“ 

Ein Mietpreis in Höhe von 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter sei für eine Kleinstadt wie Lüdenscheid zu viel. Hinzu kämen die hohen Nebenkosten. „Die Partyszene hat sich verändert, es wird immer schwieriger, solche Läden zu unterhalten.“ Doch mittlerweile hätten sich die Beiden mit der Entscheidung arrangiert, sagen sie. 

"Das macht man aus Leidenschaft"

Auch wenn es wirklich hart sei: „Als wir das Projekt vor acht Jahren angegangen sind, hat kaum einer geglaubt, dass es klappt. Aber der Club hat sich super entwickelt, wir sind zufrieden und gehen mit einem super Gefühl hier raus“, betont Nieland. „Das Mauser haben wir nicht wegen des Profits geführt. Das macht man aus Leidenschaft. Und das tut natürlich weh.“ 

Dennoch: Eine Alternative soll es nicht geben. „Wir haben uns entschieden, damit abzuschließen. Das ist vielleicht auch eine Chance für uns, sich neu zu erfinden. Das Johnny Mauser ist geschlossen“, sagt Nieland. Lediglich die ein oder andere Partyreihe könnte in Zukunft woanders weitergeführt werden. Besprochen worden sei das aber noch nicht. 

"Wir gehen mit Pauken und Trompeten"

Vielleicht bis Mitte Januar, mindestens bis Ende Dezember bleibe der Laden noch offen. Und knüpfe das ein oder andere Mal an alte Zeiten an: „Wir wollen unbedingt noch mal ein paar Künstler wie Oli P. holen, die einige Partys hier geprägt haben. Und wir hoffen, in den nächsten dreieinhalb Monaten auch viele alte Gesichter mal wieder zu sehen“, sagt Nieland. Denn eins sei klar: „Wir wollen nicht leise gehen. Sondern mit Pauken und Trompeten.“

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