Johanniter-Unfallhilfe vor Entlassungen im Fahrdienst

Wer künftig die Krankentransporte der Lüdenscheider Feuer- und Rettungswache übernimmt, entschied die Ausschreibung.

LÜDENSCHEID ▪ Seit 2007 stellen die Johanniter-Unfallhilfe und das Deutsche Rote Kreuz in Lüdenscheid das Personal für den Krankenfahrdienst der Feuerwehr, doch damit ist bald Schluss.

Denn die Johanniter haben als Hauptbieter die jüngste europaweite Ausschreibung der Krankenfahrten (von Juli 2013 bis Ende 2016) durch die Stadt Lüdenscheid unwiderruflich verloren – an ein dänisches Großunternehmen, das schon bundesweit tätig ist und seinen nächsten Sitz in Hamm hat. Die Stadt spart dadurch dem Vernehmen nach mehr als 400 000 Euro, um die der neue Bieter günstiger gewesen sein soll. „Für uns bedeutet das den Abbau von 9,5 Stellen zum 30. Juni“, erklärte indes Birgit Niehaus, hauptamtlicher Regionalvorstand der Johanniter, auf Anfrage unserer Zeitung.

Man bedaure diese Arbeitsplatzverluste sehr. Doch wenn ein großer privater Anbieter auf den Plan trete, habe ein Wohlfahrtsverband mit seinen Tarifverträgen in aller Regel keine Chance mehr. Hinzu komme, dass die jetzt Betroffenen durchweg Menschen seien, die sich auch ehrenamtlich für die Johanniter engagieren. Im Lüdenscheider Verband könne es nun auch Probleme an anderer Stelle geben.

Die Johanniter hatten sich wieder gemeinsam mit dem DRK um zwei Lose beworben: den Fahrdienst rund um die Uhr und den Tagdienst von 8 bis 18 Uhr. Den letzteren erledigte stets das Rote Kreuz, das auch diesmal als Nebenbieter auftrat. Mit dem Verlust des 24-Stunden-Dienstes fällt nur die Unfallhilfe aus dem Fahrdienst. Denn beim Tagdienst, für den es den Zuschlag gab, ist die JUH Nachunternehmer – diese Fahrten werden folglich beim DRK bleiben.

Nach weiteren Informationen unserer Zeitung soll auch der neue Anbieter die Regeln des Tariftreuegesetzes eingehalten haben. Doch weil es hier um reine Personalgestellung geht, dürfte der heimische Wohlfahrtsverband, der an geltende Verbandstarife gebunden ist, vor allem über die Personalkosten unterboten worden sein.

Was dies für künftige Fahrer der Krankentransporte bedeutet, ist noch unklar, ebenso die Frage, ob gekündigte Johanniter beim künftigen Dienstleister neue Stellen finden können. Die Arbeit im Krankentransport, hieß es, setze eine gute Ortskunde zwingend voraus.

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