Johanniter stellen Kinder- und Jugendhospizdienst vor

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Am Sonntag war der Tag der Kinderhospizarbeit – eine gute Gelegenheit, den neuen Dienst „kleine Raupe“ in der Kinderklinik vorzustellen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Die Johanniter Südwestfalen haben einen neuen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst ins Leben gerufen. Der Name: „Kleine Raupe“.

Eine kleine Raupe, die muss sich durch ganz vieles durchbeißen, während sie sich entwickelt. Dieses Bild passt auf das, was Kinder erleben, die mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung konfrontiert sind, meint Bettina Wichmann von den Johannitern Südwestfalen. Deshalb hat sich der neue ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Johanniter „Kleine Raupe“ genannt. Zehn ehrenamtliche Mitarbeiter haben am Samstag die Zertifikate für ihre abgeschlossene Ausbildung erhalten. Am Sonntag, dem bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit, stellte sich die Gruppe in der Kinderklinik vor.

Sie bastelten dort mit den Kindern, die derzeit stationär behandelt werden, und ließen sie Ballons bemalen, die die Eltern mit nach Hause nehmen konnten. In den meisten Fällen ist die Erkrankung oder Verletzung irgendwann geheilt und kann vergessen werden. Aber es gibt auch die Fälle, in denen Krankenhausaufenthalte für Familien zur Tagesordnung gehören, weil ein Kind schwer krank ist. Bettina Wichmann, die auch den ambulanten Hospizdienst für Erwachsene leitet, kennt die Statistiken: In Deutschland sind 22 000 Kinder schwer krank. 5000 sterben jedes Jahr. Im Märkischen Kreis sind 2010 25 Kinder infolge einer Erkrankung gestorben.

Familien, die mit so einer Situation fertig werden müssen, bietet die „kleine Raupe“ Hilfe an. In der Kinder- und Jugendhospizarbeit werden Familien oft über einen längeren Zeitraum begleitet, auch über Jahre. Deshalb bekommt jede Familie zwei ehrenamtliche Begleiter an die Seite gestellt, um immer einen Ansprechpartner zu haben. Sie wollen den Eltern Gesprächspartner sein, sie im Alltag entlasten, aber vor allem auch für Geschwisterkinder da sein, die in vielem zurückstecken müssen. Wenn es zum Schlimmsten kommt, hört die Arbeit nicht auf: Trauerbegleitung gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen.

Diese haben sich ein halbes Jahr lang in 100 Unterrichtsstunden auf ihrer Aufgabe vorbereitet. Zehn Helfer sind es in Südwestfalen bislang. In Kürze werden sie sich auch noch im Bethanien-Krankenhaus in Iserlohn mit einer ähnlichen Aktion wie in Lüdenscheid vorstellen. ▪ gör

Weitere Informationen gibt es beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Johanniter, Bettina Wichmann, Tel. 01 72 /1 95 23 86, E-Mail: bettina.Wichmann@johanniter.de.

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