Johanneskirche wird 50 Jahre alt

LÜDENSCHEID ▪ Ein moderner Kubus aus Beton, daneben ein nicht weniger nüchterner Turm, ein flacher Vorbau – eine Kirche, die gleichzeitig Gemeindezentrum ist. Eine Pergola verbindet diesen mit dem Pfarrhaus mit Wohnungen für Pfarrer und Küster.

Im Untergeschoss sind beide Gebäudeteile durchgehend verbunden: Die neue Johanneskirche war vor 50 Jahren eine besondere Attraktion. Intensiv begleiteten damals die LN den Baufortschritt. Der Architekt der Kirche, Bauassessor Kölsche wird anlässlich der Einweihung zitiert. „Wir haben uns ehrlich bemüht, aus dem Geist unserer Zeit und mit den Baustoffen unserer Zeit die Kirche zu errichten.“

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Inzwischen wird von Betonbauten der 60er- und 70er-Jahre weitestgehend als Bausünden gesprochen. Auch die Verantwortlichen der Johanneskirchengemeinde haben Erfahrungen damit gemacht, Mängel beseitigen zu müssen. Die ersten Bauschäden zeigten sich 1967. Am 26 Meter hohen Turm bröckelte der Putz ab und musste nachgearbeitet werden. 1977 wurde ein komplett neuer Putz aufgetragen. Ende 1999 gab es neue Schäden. Nun erhielt der Turm eine Fassade aus Edelstahl und Sicherheitsglas. Daran wurden nun auch zwei Kreuze angebracht.

Eine Renovierung des Kirchenschiffes erfolgte 1986. Decke, Wände und Pfeiler wurden gestrichen und farblich aufeinander abgestimmt. Im Anschluss wurden auch Stühle anstelle der Kirchenbänke angeschafft. Das ermöglicht eine flexible Nutzung des Raumes bei großen Veranstaltungen wie der Adventfeier für Senioren. Später wurden die Fenster im Eingangsbereich brüchig. Aus allen Diskussionen um die Erneuerung entwickelte sich die Idee für einen Anbau mit Cafeteria und behindertengerechten Toiletten. Über zwei Jahre von 1998 bis 2000 zog sich der Bau hin. Stolz ist die Gemeinde darauf, dass von den 150 000 D-Mark nur 18 000 D-Mark aus dem Bauunterhaltungstopf finanziert werden mussten. Die restliche Summe kam durch Eigenleistung und Spenden zusammen.

Nicht von ungefähr hat der frühere Gemeindepfarrer und Superintendent des damaligen Kirchenkreises Lüdenscheid seinen Vortrag im Januar „Haus der lebendigen Steine“ genannt. Denn es sind die Menschen, die aus einer Kirche erst eine Gemeinde machen und ihre Mauern mit Leben füllen. Das ist auch Kösters Nachfolgerin Ramona Winker-Rudzio wichtig. Sie denkt dabei an das Motto, das sich die Gemeinde für die Ausarbeitung einer Konzeption gegeben hat: „Eine lebendige Gemeinde mit Herz“. Das beinhaltet auch die diakonische Arbeit, die sie als einen Schwerpunkt sieht.

Erster Pfarrer war Walter Kunz. 1971 ging er in den Ruhestand. Köster, der zuvor bereits als Vikar Kunz zugewiesen war, wurde 1973 ins Amt eingeführt. In seinem rund 30 Jahren als Pfarrer prägte er das Gemeindeleben entscheidend mit. Er hat seinen persönlichen Rückblick den Menschen der Gemeinde, den Gruppen und den Aktivitäten gewidmet. So gehören zum „Haus der lebendigen Steine“ die Gottesdienste, die Kirchenmusik und die Kinder- und Jugendarbeit. Und immer wieder sind auf seinen Bildern die Gemeindemitglieder zu sehen – wie sie Spaß haben bei Gemeindewochenenden oder anderen Veranstaltungen, wie sie Gottesdienste mitgestalten oder Hand anlegen am Anbau.

Ramona Winkler-Rudzio war schon während Kösters Zeit als Superintendent eine derjenigen, die ihn in der Gemeinde als Pfarrer zur Anstellung unterstützten. Sie ist nun auch schon seit mehr als zehn Jahren Pfarrerin der Gemeinde. Noch länger als sie – fast 19 Jahre – ist Gemeindepädagogin Marianne Weiß dabei. Eine weitere prägende Person war Gemeindeschwester Erika Heitmann, die seit der Gründung der Gemeinde und zuvor schon in der Christuskirchengemeinde mit „Treue und Hingabe“ ihren Dienst versah. Sie übte als Diakonieschwester pflegerische Tätigkeiten aus und war aber auch in vielen Gruppen und Kreisen engagiert.

Mit zur Gemeinde gehören inzwischen zwei Kindergärten. 1976 übernahm die Johanneskirchengemeinde die Trägerschaft der Wichern -Kindertagsstätte. Nach der Schließung des katholischen Kindergartens an der Lisztstraße ging dort 2010 eine evangelische Kindertaggesstätte neu an den Start. Beide Einrichtungen sind eng mit der Gemeinde verbunden. ▪ gör

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