Pfarrer Broxtermann zur Bischofsaffäre: "Schlimm"

Johannes Broxtermann

Lüdenscheid - „Das ist eine ganz schlimme Sache“, sagt Pfarrer Johannes Broxtermann zur zugespitzten Affäre um den Limburger Bischof: "Ich frage mich, ob Bischof Tebartz-van Elst zurechnungsfähig ist..."

„Ich kann mich da gar nicht richtig reindenken. Was treibt den um? Ich frage mich, ob Bischof Tebartz-van Elst zurechnungsfähig ist", so Broxtermann. "Jedenfalls scheint er von allen guten Geistern verlassen, wenn man zum Beispiel erfährt, dass für die Installation eines Adventskranzes das Dach noch einmal aufgerissen werden musste. Wie groß muss da der Realitätverlust sein?“

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Johannes Broxtermann rechnet damit, dass Papst Franziskus, „für den ich persönlich sehr große Sympathie empfinde“, den Limburger Bischof entlässt. Wegen schwerer wirtschaftlicher Verfehlungen habe der Papst auch schon zwei Bischöfe aus Slowenien und einen aus Kamerun entlassen. „Papst Franziskus predigt das einfache Leben nicht nur, er setzt es auch um, wie wir wissen. Wie soll ein Segen auf der bischöflichen Residenz in Limburg ruhen, wenn dort Millionen von Euro so unkontrolliert aus dem Fenster geworfen werden?“ Glaubwürdigkeit zeige sich auch im Umgang mit dem Portmonnaie.

Bischof Tebartz-van Elst

Schon vor einem Jahr, als die Dimensionen des Umbaus der bischöflichen Residenz in dem jetzigen Ausmaß noch gar nicht bekannt gewesen seien, habe er mit dem Kirchenchor der Gemeinde St. Joseph und Medardus bereits einen Ausflug nach Limburg unternommen. Eine gestandene Katholikin, die vor Ort die Führung übernommen habe, sei schon damals über das Ausmaß entsetzt und aufgebracht gewesen. Das sei alles schrecklich, habe sie gesagt.

„Zumal die Limburger mit dem Vorgänger von Tebartz-van Elst, Franz Kamphaus, einen ganz anderen Bischof kannten. Ein Bauernsohn aus dem Münsterland, der die Residenz als Wohnsitz für Asylantenfamilien zur Verfügung stellte und selbst 25 Jahre lang in aller Bescheidenheit zwei Zimmer im Priesterseminar bewohnte“, weiß Johannes Broxtermann.

Das Evangelium schreie geradezu nach Armut und sei vielen, die in der Kirche arbeiteten, auch auf die Seele geschrieben. Andererseits werde die Größe Gottes auch bei Festen oder der Lithurgie prachtvoll zelebriert. Da zeige sich ein Doppelgesicht der Großkirche, das verwirrend sei. Papst Fanziskus bekenne sich zur Einfachheit. „Eine Erfahrung aus der Südhalbkugel, die uns allen gut tut“.

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