Feuerwehr zu Fehlalarmen: „Lieber einmal zu viel“

Lüdenscheid - Wenn in der Feuerwehrleitstelle am Dukatenweg eine Brandmeldeanlage ein Feuer signalisiert, dann ist dies für die alarmierten Einsatzkräfte zunächst einmal ein Feuer unbekannter Größe. Innerhalb weniger Sekunden setzt sich eine Maschinerie in Gang, die exakt innerhalb der Alarm- und Ausrückeordnung konzipiert und durchgeplant ist.

Ein hohes Gefährdungspotenzial ist vorhanden, wenn Brandmelder in Altenheimen, Krankenhäusern, Versammlungsstätten, Verkaufsanlagen, der Sonderschule an der Höh oder dem Diabetikerheim am Danziger Weg oder auch chemischen Betrieben angesprungen sind. „Aufgrund der für diese Objekte erstellen Gefahrenanalyse werden hier neben der Feuer- und Rettungswache auch parallel ehrenamtliche Kräfte alarmiert. Grundsätzlich gilt, dass baurechtlich geforderte Brandmeldeanlagen direkt bei der Leitstelle aufgeschaltet sein müssen“, sagt Brand-amtmann Jörg Weber, Sachbearbeiter für den Vorbeugenden Brandschutz und zuständig für die Einsatzplanung.

Die Objektbetreiber sind denn auch verantwortlich für die Wartung der Brandmeldeanlagen, was auch für Industriebetriebe gilt. Dort greifen bei der Begutachtung Industriebaurichtlinien. Externe Brandschutzgutachter sehen sich das Areal, die Art und Größe des Betriebes und die Produktionsabläufe an. Danach werden die entsprechenden Brandmeldeanlagen angeschafft. „Es gibt unterschiedliche Meldetypen. Es macht ja zum Beispiel keinen Sinn, in der Nähe eines heißen Ofens in der Produktion einen sensiblen Brandmelder zu installieren“, schildert Jörg Weber. Dreh- und Angelpunkt ist, dass es der Feuerwehr immer grundsätzlich möglich ist, erforderliche Löschmaßnahmen ungestört zu ergreifen. „Das Konzept muss daher mit uns abgestimmt sein.“

Je nach Größe und Gefährdungspotenzial rücken die Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF), einem Tanklöschfahrzeug (TLF) mit weiterer Wasserversorgung und zur Sicherung der Atemschutztruppe, einer Drehleiter zur Sicherstellung des 2. Rettungsweges und dem Einsatzleitfahrzeug (ELF) aus. Löschzüge wie Brüninghausen und Homert kommen zum Beispiel dazu, wenn ein Brandmelder im Klinikum auslöst.

Gut 15 Prozent aller Einsätze sind Fehlalarme. 2010 waren es 161, ein Jahr später 129 und 2012 exakt 132. Für die Kosten eines Fehleinsatzes, ausgelöst durch eine Brandmeldeanlage, kommt der Betreiber auf. Dies ist in der städtischen Satzung festgelegt: 579 Euro kostet das Ausrücken der Feuer- und Rettungswache, 748 Euro, wenn ein weiterer Löschzug dazu kommt, 916 Euro mit noch größerem Aufgebot. Aber das sollte niemanden ärgern, denn: „Lieber einmal zu viel als zu wenig“, sagt Jörg Weber.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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