Ärger wegen Praktikum

Mann findet selbst Job bei Reifenhändler - jetzt zahlt er Geld ans Jobcenter

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Symbolbild

Ein Kunde des Jobcenters findet selbst einen Job. Es ist zwar nur ein Praktikum bei einem Reifenhändler, aber besser als nichts. Das bringt ihm aber jede Menge Ärger ein. 

  • Jobcenter-Kunde findet auf eigene Faust Arbeit.
  • Während er als Praktikanten bei einem Reifendienst in Witten war, bezog er weiter Arbeitslosengeld.
  • Die Parteien werden sich jedoch einig. 

Lüdenscheid - Der Angeklagte - ein Mann aus Lüdenscheid - betritt den Gerichtssaal mit gesenktem Kopf. Er möchte gerne Fachkraft für Schutz und Sicherheit werden und absolviert gerade eine Umschulung. Da würde sich eine Vorstrafe nicht gut machen. Doch jetzt hat er Stress mit dem Jobcenter.

Dabei geht es nicht um Weltbewegendes. Der 37-Jährige hat das Jobcenter laut Staatsanwaltschaft um 1400 Euro betuppt. Vom 1. Juni 2018 an bezog er demnach fünf Monate lang Arbeitslosengeld 2, war aber zeitgleich – zunächst als Praktikant – bei einem Reifendienst in Witten beschäftigt. 

Geld für das Jobcenter: Mann aus Lüdenscheid muss Strafe zahlen

Strafverteidiger Heiko Kölz gibt sich ungewöhnlich zahm und sagt: „Mein Mandant übernimmt die Verantwortung. Ihm geht’s darum, dass er als Sicherheitsfachkraft strafrechtlich unbelastet bleibt.“ Seit Februar zahle der Angeklagte aus Lüdenscheid bereits 120 Euro monatlich an das Jobcenter zurück, um den Schaden wiedergutzumachen. „Bis zu seiner Abschlussprüfung“, sagt Kölz, „wird er den Schaden komplett beglichen haben“. 

Ein Jobcenter-Kunde musste vor Gericht, weil er während seines Praktikums noch Arbeitslosengeld bezog. 

Der 37-jährige Lüdenscheider will noch etwas zu seiner Entlastung sagen. Der Reifendienst sei „komplett unseriös“ gewesen, und sein Chef hätte ihn während des Praktikums schon bei den Behörden angemeldet, „ohne mein Wissen“. Trotzdem habe er natürlich das Geld nicht kassieren dürfen. Da ging es ihm ebenso wie einem anderen Jobcenter-Kunden, der eine Woche zur Probe arbeitete.

Lüdenscheider "betuppt" Jobcenter: Wohlwollen im Gerichtsverfahren 

Strafrichter Andreas Lyra signalisiert im aktuellen Fall Wohlwollen. „Man muss ihm den beruflichen Werdegang ja nicht verbauen.“ Er stellt das Verfahren ein. Auflagen: Wiedergutmachung innerhalb der nächsten sechs Monate und eine Zahlung von 300 Euro an die Lüdenscheider Lebenshilfe.

Ein anderer Mann kümmert sich selbst um einen Job. Deshalb leitet die Agentur für Arbeit ein Betrugsverfahren ein. Wegen einer Panne kassierte ein Mann aus Lüdenscheid fast 30.000 Euro vom Jobcenter. Gar nicht zimperlich ging ein Vermieter gegen einen Kunden des Jobcenters vor, der die Wohnung seines toten Freundes übernommen hatte

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