Geschwisterregelung bleibt

Kita-Beiträge: Teilerfolg für die Eltern

Jennifer Müller und Frank Albrecht vom Jugendamtselternbeirat Kita 21 kritisierten die beabsichtigten Kita-Beitragssteigerungen.

Lüdenscheid - Erledigt ist die Diskussion um die Anhebung der Kita-Beiträge längst noch nicht, aber die rund 100 Eltern und Kinder gingen am Dienstag nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA) mit einem Teilerfolg nach Hause.

Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, die Geschwisterkindregelung beizubehalten, so dass die von der Verwaltung vorgesehene Erhöhung auf 50 Prozent nicht greifen soll. Eine Erhöhung der Kita-Beiträge um 2,5 Prozent ab dem 1. August dieses Jahres fand dagegen eine Mehrheit von SPD und Grünen. Mit knapper Mehrheit wurde eine weitere Erhöhung 2016 um 11,2 Prozent sowie 2016 um 12,2 Prozent abgelehnt. CDU, Die Linke und auch Philipp Siewert von der SPD sprachen sich dagegen aus.

Mit diesen Abstimmungen sind aber noch keine Pflöcke gesetzt. Der Hauptausschuss am Montag (17 Uhr im Ratssaal) und schließlich der Rat am 18. Mai werden noch darüber beraten. Der Rat hat das letzte Wort.

„Außergewöhnlich“ nannte JHA-Vorsitzende Tanja Tschöke die Sitzung, denn während sie und Fachbereichsleiter Winfried Lütke-Dartmann sowie Fachdienstleiter Sven Haarhaus die Hintergründe der vorgeschlagenen Beitragserhöhungen vortrugen, tobten Kinder munter durch den Ratssaal. Denn um sie ging es ja, wie die Mütter und Väter betonten. Mit Unverständnis und Kritik reagierten sie auf vorgesehenen Anhebungen der Beiträge.

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Wie könnten es Politiker verantworten, die Gebühren anzuheben, wo sie doch immer wieder die frühkindliche Bildung in den Kindertagesstätten betonten, fragte Jennifer Müller, Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats „Kita 21“. Frank Albrecht, 2. Vorsitzender, erklärte: „Die Eltern können jeden Euro nur einmal ausgeben, und die Belastungen sind schon hoch genug.“ Wie er kritisierte auch Erzieherin Evelyn Altmann die Erhöhungen als kontraproduktiv: „Immer wieder heißt es, Lüdenscheid soll attraktiv für Eltern sein und familienfreundlich. Doch das Gegenteil ist der Fall.“

Verena Kasperek (SPD), Tanja Tschöke (Grüne) und Anette Schwarz (FDP) hatten zuvor die Zwänge durch das Haushaltssicherungskonzept beschrieben und betont, die Erhöhung falle niemandem leicht.

Von Martin Messy

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