Jetzt soll STL GmbH die Parkpalette bauen

Bleibt ein Zankapfel: die marode Parkpalette Corneliusstraße.

LÜDENSCHEID - Nach dem „Nein“ der Bezirksregierung zum Neubau der Parkpalette Corneliusstraße durch die Stadt (die LN berichteten) soll über die Sommerferien ein anderer städtischer Bauträger gesucht werden. Dieser Vorschlag von SPD-Fraktionschef Ingo Diller, mit dem offenbar die STL Bauträger GmbH gemeint ist, war gestern das Ergebnis einer hitzigen Debatte im Stadtrat.

Die Verwaltung soll sofort Bericht erstatten, falls es etwas Neues gibt. Klappt der Bau durch die STL-GmbH nicht, kommt wohl nur noch die „Null-Variante“ zum Tragen: Alles bleibt, wie es ist, samt allen Absperrungen und auf mindestens zwei Jahre. Denn so lange kann die Palette nach Gutachter-Aussagen noch stehen bleiben. Diesen Weg nannte Bürgermeister Dieter Dzewas „nicht gerade zukunftsweisend“.

Aber: Ein Teilabriss mit Sanierung des verbleibenden Bauwerks wäre laut Verwaltung fast so teuer wie der Neubau. Die noch offene Möglichkeit, die Parkpalette durch einen Parkplatz für nur 50 Autos zu ersetzen, wurde von allen Seiten verworfen.

Im Ratssaal ging es bei dem Thema heiß her. Einmal, weil der Ratssaal nach dem Hausmeisterwechsel nicht klimatisiert war. Bei Sauna-Temperaturen hatte Edgar Weinert, Leiter des Liegenschaftsamtes, eingangs die Lage erklärt: Es war Mittwoch, 17.30 Uhr, als eine Email der Finanzaufsicht alle Pläne für einen Neubau mit 50 Jahren Lebensdauer zunichte machte. Die Stadt darf die 2009 für den Bau der Parkpalette zurückgestellte Ausgabe von 1,8 Millionen Euro nicht ins geplante Baujahr 2011 hinübernehmen – der für gestern geplante Verwaltungsvorschlag war damit erledigt.

Der Bauausschuss hatte zuvor bekanntlich das letzte Angebot eines Lüdenscheider Investors abgelehnt, der die Anwohner nur noch nachts auf dem Oberdeck parken lassen wollte. Dies war für die Politik unannehmbar, schon weil es dem Ausschreibungstext widersprochen und ausgeschiedene Mitbewerber juristisch auf den Plan gerufen hätte, stellte Jens Holzrichter (FDP) als Bauausschuss-Vorsitzender klar.

Angesichts der schier unendlichen Geschichte des Bauvorhabens wurde die Verwaltung scharf kritisiert. Rüdiger Wilde (CDU): „Die Ausschreibung war unklar und hochproblematisch. Was steht hinter dem Ganzen? Ich weiß: Die Parkpalette könnte noch in diesem Jahr stehen!“ Peter Oettinghaus (AfL) ergänzte: „Die Verwaltung hat schlampig gearbeitet, sonst stünde die Palette längst!“

CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling regte an, den Investor nochmals anzusprechen. Ziel: die Durchführung von dessen Projekt bei Änderungen in der Anwohnerfrage. Dem erteilte Weinert eine Absage: Das verändere die Kalkulationsgrundlage, die Stadt wäre billiger als der Investor und dürfte das Angebot nicht mehr annehmen.

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