Jessica Gall überzeugt mit gefühlvollen Liedern

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Jessica Gall überzeugt im Kulturhaus. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Egal ob Jazz, Soul oder Pop – die Berlinerin Jessica Gall fühlt sich in vielen musikalischen Genres zuhause. Sie hat viele eigene Lieder im Repertoire, versieht aber auch die mit Bedacht ausgewählten Coversongs mit ihrer eigenen, relaxten Handschrift. Am Samstag war die Sängerin zum zweiten Mal auf Einladung des Vereins „KultStädte“ in Lüdenscheid zu Gast, wobei sie diesmal nur mit einem einzigen ihrer Stammmusiker, dem Gitarristen Johannes Feige, auf der Bühne stand.

Ihr Produzent Robert Matt (Keyboard, Klavier), Andreas Henze (Kontrabass) und Willi Witte (Schlagzeug) traten erstmals live mit Jessica Gall auf – umso erstaunlicher war die Homogenität, die beim Konzert spürbar wurde. Emotion ist die Haupt-Antriebsfeder für Galls oft leise und nachdenkliche Musik, die sie in ihren Alben „Just Like You“ und „Little Big Soul“ veröffentlichte. Der Jazz-Standard „Come Rain or Come Shine“ eröffnete ebenso lässig-groovend wie melancholisch den Konzertabend, gefolgt vom atmosphärischen Midtempo-Liebeskummerlied „Salvation“.

Einen gefühlvollen Hit landete die One-Hit-Wonder-Band „The Korgis“ mit ihrem Song „Everybody’s Got To Learn Sometime“, der im Geburtsjahr von Jessica Gall 1980 verfasst wurde. Dieser Song begeisterte nicht nur durch den unnachahmlichen Groove der Band sowie Galls einschmeichelnde, aber volumenreiche Stimme, sondern auch durch ein stimmungsvolles wie atmosphärisches Solo des Gitarristen. Er verstand es auch bei den nachfolgenden Tracks, originelle musikalische Akzente zu setzen.

Darüber, dass man so ist wie man ist, handelt der Song „You are“, der träumerisch und nachdenklich wirkte und vor allem durch das Zusammenspiel von elektrisierender Gitarre und hypnotischer Stimme seine besondere Wirkung erzielte. Ein wummerndes Kontrabass-Solo leitete schließlich verspielt den letzten Song vor der Pause, „Just Like You“, ein. Fröhlich und mit funky Gitarrenklängen startete die Band in den zweiten Teil des Gigs mit „All I Wanna Do“ aus der Feder von Sheryl Crow. Im nachdenklich-energetischen „The Moment“ thematisierte Jessica Gall den schmerzhaften Moment, wenn ein geliebter Mensch dringend Hilfe braucht, man selbst aber nicht da sein kann. Charmant gestaltete sich der Song „Beautiful Girls“, den Jessica Gall anlässlich der Geburt der kleinen Tochter einer Freundin schrieb. Einen spielfreudigen Abschluss des Abends fanden die Musiker mit dem Pop-Song „Don’t Stop Me Now“, jedoch nicht, ohne noch einen echten Klassiker als Zugabe nachzulegen. Langsam, fast andächtig, zelebrierte die Berlinerin John Lennons „Imagine“, um sich dann kraftvoll zu steigern und das ganze Volumen ihrer Stimme auszuschöpfen. Mit diesem Gig setzte sich die hohe Qualität der „KultStädte“-Veranstaltungen fort. -bot

Weitere Infos: http://www.kultstaedte.de.

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