Teurer Tanz

„Jerusalema“-Challenge: Musikkonzern Warner fordert Geld von Polizeibehörde im MK

Polizei Märkischer Kreis
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Das Video „Jerusalema Challenge – Polizei Edition“ der Kreispolizei aus dem Märkischen Kreis etwa zehn Millionen Menschen erreicht.

Es sollte ein Mutmacher sein: Die „Jerusalema“-Challenge der Kreipolizeibehörde des Märkischen Kreises. Nun ist sie zum teuren Tanz geworden.

Märkischer Kreis - Viermal mit dem rechten Fuß auf den Boden tippen. Dann einen eleganten Fußwechsel und mit dem linken Fuß ebenfalls viermal auf den Boden tippen. Das ist der Grundschritt der „Jerusalema“-Challenge. Auch die Kreispolizeibehörde des Märkischen Kreises hat an der weltweiten Challenge teilgenommen. Nun flatterte eine Rechnung ins Haus. Der Grund: der Musikkonzern Warner fordert Lizenzgebühren von der Behörde für die Nutzung des Liedes namensgebenden Liedes.

SongJerusalema
InterpretMaster KG
Jahr2020

„Wir wollten mit diesem Video ein Zeichen setzen. Es ging uns darum Freude zu verbreiten und zu zeigen, dass auch wir Menschen sind, die von der Corona-Pandemie betroffen sind“, sagt Polizeisprecher Marcel Dilling, der das Video zusammen mit seinem Kollegen Christof Hüls produzierte. „Es ging um die Symbolik. Wir wollten zeigen: ‚Wir schaffen das‘“, sagt Dilling.

„Jerusalema“-Challenge der Polizei MK: Musikkonzern fordert Geld

Etwa zehn Millionen Menschen habe das Tanz-Video laut Dilling erreicht. „Damit ist es das erfolgreichste Video einer Polizeibehörde in NRW aller Zeiten.“

Über fast drei Monate gab es keinerlei Probleme mit dem Video. Ganz im Gegenteil, wie Dilling sagt: „Wir haben ein sehr positives Feedback bekommen.“ Jetzt der Schock. Der Musikkonzern Warner, der Größen der Branche wie zum Beispiel Ed Sheeran, Coldplay oder die Bee Gees unter Vertrag hat, schickte eine Rechnung an die Polizeibehörde. Über die Höhe der Summe ist derzeit nichts bekannt.

„Jerusalema“-Challenge der Polizei MK: Das NRW-Innenministerium begleicht Rechnung

Klar ist jedoch. Die Rechnung ist bereits beglichen, wie die Pressestelle des Innenministerium NRW auf Nachfrage mitteilte. „Es trifft zu, dass das nordrhein-westfälische Innenministerium die Forderungen von Warner Music für mehrere Polizeidienststellen im Zusammenhang mit der Jerusalema Challenge beglichen hat“, teilte Pressesprecherin Leoni Möllmann mit. Detaillierte Aussagen könne sie aus vertraglichen Gründen nicht treffen. Weitere Betroffene gibt es nach jetzigem Erkenntnisstand zumindest in Lüdenscheid nicht.

Die Stadtwerke Lüdenscheid haben ebenfalls ein Video mit dem beliebten Tanz auf der Plattform Youtube hochgeladen. „Wirr haben vorher einen Vertrag mit Warner Music geschlossen und die entsprechende Lizenz erworben“, sagte Ernervie-Sprecher Andreas Köster. Dementsprechend habe man auch keine Rechnung vom Musikkonzern zu befürchten.

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