„Jeder Verkehrstote ist einer zu viel“

Wolfgang Schelchen, Bernd Kleine und Bernd Scholz (v.l.) stellten am Montag die Verkehrsunfallstatistik für 2011 vor.

LÜDENSCHEID ▪ Erschreckende Zahlen: Um gleich 300 Prozent ist in Lüdenscheid 2011 die Zahl der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang gegenüber 2010 gestiegen. Vier schwere Unfälle forderten im vergangenen Jahr fünf Tote, ein Jahr zuvor gab es „nur“ einen tödlichen Unfall, aber: „Jeder Verkehrstote ist einer zu viel“, betonte Polizeichef Bernd Scholz am Montag bei der Vorstellung der aktuellen Verkehrsunfallentwickung. Die Zahl der Unfälle mit schwerverletzten Menschen stieg von 19 auf 38.

Gründe genug, um die Verkehrsstrategie auf drei Säulen zu stellen: „Besonders Raser und junge Fahrer haben wir dabei im Visier“, sagte Scholz. Denn die gravierendste Ursache für schwere Unfälle ist nun einmal überhöhte Geschwindigkeit. Nur folgerichtig, dass die erste Säule – Stichwort Repression –, eine Intensivierung der Geschwindigkeitsüberwachung ist.

Säule Nummer zwei ist die präventive Öffentlichkeitsarbeit. „Mit der täglichen Veröffentlichung der Kontrollstellen wollen wir das Geschwindigkeitsniveau senken, und Erfahrungen haben gezeigt, dass dies dadurch auch geschieht. Außerdem wollen wird damit demonstrieren, dass es uns bei den Kontrollen nicht darum geht, die Geldeinnahmen zu verbessern, sondern für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen.“

Die dritte Säule ist die Prävention besonders bei jungen Fahrern. Dazu gehen die Polizeibeamten, aber auch Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Notfallseelsorger, Ärzte und Unfallopfer in die Schulen und klären auf über die Folgen zu schnellen Fahrens oder unter Alkoholeinfluss. „Wir wollen Betroffenheit durch die persönlichen Schilderungen erzeugen. Das gelingt auch“, unterstreicht Bernd Kleine, Erster Polizeioberkommissar. „Da können Sie eine Stecknadel fallen hören.“ Als Unfallstrecken gelten in Lüdenscheid die Talstraße, die Heedfelder Straße und die Altenaer Straße. „Diese Einstufung erfolgt dann, wenn sich auf einem Streckenabschnitt mindestens drei schwere Verkehrsunfälle ereignen“, weiß Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Schelchen.

Künftig werden weitere vier Beamte für die Nutzung ziviler Videofahrzeuge ausgebildet, externe Bereitschaftskräfte für Lasermessungen kommen hinzu. „Wir wollen einen hohe Flächendruck erzeugen.“

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