Jeder Lüdenscheider beim Stadt-Dispo mit 549 Miesen

Der Lüdenscheider Kämmereileiter Sven Haarhaus

LÜDENSCHEID ▪ Hätte jeder Lüdenscheider vom Säugling bis zum Greis einen eigenen Überziehungskredit für die Dispo-Schulden seiner Stadt, dann stünde er heute mit 549 Euro in den Miesen. Wie berichtet, liegt der Lüdenscheider laut Angaben des Statistischen Landesamtes damit immerhin noch deutlich besser als der Altenaer (2194 Euro Dispo-Schulden pro Kopf)) oder der Werdohler mit 1600. Jeder Schalksmühler hätte dagegen plusminus Null.

Dass der Bergstädter bei einem städtischen Überziehungskredit von etwa 40 Millionen Euro also noch vergleichsweise gut dasteht, ist für Kämmereileiter Sven Haarhaus kein Grund zur Zufriedenheit. „Man muss sehen, woher wir kommen. Noch Ende 2009 waren auch wir bei einer schwarzen Null, da war das bei anderen schon anders.“ Dann kam die Wirtschaftskrise und ließ die Gewerbesteuer-Einnahmen von 60 Millionen 2008 im Folgejahr um die Hälfte schrumpfen. Die Folge: Die Stadt musste ihr Konto kräftig überziehen.

Es ging also rapide bergab mit den Lüdenscheider Stadtfinanzen, und wenn nichts Einschneidendes passiert, wird es noch schlimmer. Dann steigt der Pro-Kopf-Überziehungskredit laut Prognose bis 2015 um das Zweieinhalbfache auf 1300 Euro je Lüdenscheider.

Obendrauf kommen noch die langfristigen Schulden, die derzeit bei 95 Millionen Euro liegen. Sie sinken allerdings tendenziell, weil die Stadt kaum noch neu investieren darf: Anfang des Jahres standen die Langfrist-Kredite noch bei 99 Millionen. Damit auch beim Dispo etwas passiert, laufen derzeit im Rathaus die Sparberatungen mit der Bezirksregierung als Finanzaufsicht.

Immerhin erholen sich die Einnahmen wieder. Bei mehr als 40 Millionen Euro wird die Stadt vermutlich bei der Gewerbesteuer 2011 landen, sagte Haarhaus. Das wären fünf Millionen mehr als für das Haushaltsjahr veranschlagt. Das genaue Ergebnis folgt erst im Februar.

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