„Mütter-Rallye“ in Annabergstraße: Anwohner genervt

Mit einem Flugblatt machen die Anwohner jetzt auf ihre Probleme aufmerksam – und hoffen auf Unterstützung der Behörden.

Lüdenscheid - Sie haben es kommen sehen: Der Neubau des Amalie-Sieveking-Hauses und die Vergrößerung des August-Hermann-Francke-Kindergartens würden eine Menge Verkehrsprobleme nach sich ziehen. Nun fühlen sich Klaus-Dieter Klotz und seine Mitstreiter aus der Nachbarschaft Annabergstraße bestätigt.

Sie beklagen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, vermehrten Parkdruck und vor allem eine mehrfach täglich ausgetragene „Mütter-Rallye“ mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern.

Die rund 600 Meter lange Sackgasse sei ursprünglich ein ruhiges Wohngebiet angelegt gewesen, schimpft Anlieger Yves Thomé. „Und es ist immer noch eine Tempo-30-Zone.“ Maria und Krzysztof Saganowski erinnern sich daran, „dass unsere Kinder hier früher schön Fahrrad fahren konnten“. Inzwischen sei das zu gefährlich.

Nachbar Jörg Plöger beobachtet werktags regelmäßig, wie Kinder „mit irrem Tempo“ zum Kindergarten gefahren werden, wie Fahrer von Rettungs- oder Müllwagen Probleme haben, zwischen abgestellten Wagen herumzukurven, wie Besucher des Amalie-Sieveking-Hauses einen Parkplatz suchen – oder wie Bewohner des Altenheimes zu alledem mit Rollatoren auf der Fahrbahn unterwegs seien. Klaus-Dieter Klotz fasst zusammen: „Die Annabergstraße ist für diesen Verkehr einfach nicht geeignet.“ Und wenn es viel Schnee gebe im Winter, verschärfe sich die Situation zusätzlich.

Yves Thomé hat ein Flugblatt entworfen und einen dicken Stapel davon im Postkartenformat drucken lassen. Die Briefkästen der Anlieger sind inzwischen damit bestückt. Um sie unter die Scheibenwischer der eiligen Kindergarten-Eltern zu klemmen, „sind die viel zu schnell“, sagt Thomé. Kindergarten-Leiterin Marliese Lüling erklärte sich den LN gegenüber bereit, Eltern vermehrt auf das Problem hinzuweisen.

SPD-Ratsfrau Karin Hertes hatte im September im Bau- und Verkehrsausschuss eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Die Antwort der Verkehrsplaner, so die Ratsvertreterin, habe so gelautet: „Wegen der Straßenführung und der wechselseitigen Parkflächenmarkierungen“ könne der Radarwagen der Stadt dort nicht postiert werden. Man werde aber die Polizei auf das Problem aufmerksam machen. Deren Sprecher Dietmar Boronowski sagte gestern jedoch, bis dato sei seiner Behörde das Problem nicht bekannt. „Aber wir werden uns darum kümmern.“

Olaf Moos

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