Jean-Luke Thubauvilles Herz schlägt für die Politik

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Jean-Luke Thubauville ist der jüngste aktive CDU-Politiker in Lüdenscheid. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Schwarze Hose, blau-weiß kariertes Hemd, die blonden Haare ordentlich gescheitelt, entspannt aber aufrecht sitzt er am Tisch des Konferenzraums. Beantwortet souverän und ausführlich Fragen zur Euro-Krise, zum städtischen Haushalt und zur Politikverdrossenheit der Bürger. Doch da sitzt kein erfahrener Politiker, sondern ein 18-Jähriger.

Jean-Luke Thubauville ist Lüdenscheids jüngster aktiver CDU-Politiker. Als sachkundiger Bürger wird er zukünftig im Jugendhilfe-Ausschuss der Stadt aktiv sein.

„Politik bedeutet für mich etwas zu bewegen, aktiv das Leben in der Stadt mitzugestalten“, erklärt Thubauville. Politik bestimme sein Leben: Fraktionssitzungen, Ausschussvorbereitungen, Diskussionsrunden und Wahlkampf – für den Schüler gibt es nichts Spannenderes.

Bereits mit 14 Jahren erkannte er seine Leidenschaft. „Ich wusste, dass ich mich in einer Volkspartei engagieren wollte – da blieben nur SPD und CDU“, erinnert er sich. Letztendlich habe er sich jedoch in der Ideologie der Christdemokraten eher wiedergefunden: „Ich hatte mich zuvor bereits in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert, dort erkannte ich auch, dass es mir liegt, sich für eine gute Sache stark zu machen.“

Bereits kurz nach seinem Eintritt sei er zu Versammlungen mitgenommen worden, mittlerweile ist er Schatzmeister der Jungen Union Mark, Beisitzer der CDU Lüdenscheid und der CDU Mark und in der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) aktiv. Eine steile Karriere, doch was die Zukunft bringe, sei ungewiss. „Ich weiß nicht, ob ich in 30 Jahren noch Politik machen und wenn ja, wo ich dann stehen werde – das wird die Zeit bringen.“ Dennoch sei er bemüht zu zeigen, was in ihm steckt. Natürlich sei es nicht immer leicht, als Schüler mit gestandenen Politikergrößen zu diskutieren, doch grundsätzlich fühle er sich akzeptiert. „Die CDU hat erkannt, wie wichtig junge Leute für die Zukunft sind.“

Andersherum sollten sich auch mehr junge Leute für Politik interessieren. Als er bei der CDU eintrat, hatten viele Freunde nur wenig Verständnis dafür. „Für sie war Politik damals noch nicht greifbar, doch je älter wir werden, desto mehr akzeptieren sie meine Leidenschaft.“ Natürlich könne nicht jeder das Engagement bringen wie er – doch wenigstens zur Wahl gehen, sollte seiner Meinung nach jeder. Der Haushalt der Stadt sei ein wichtiges Thema, das vielen Menschen in seinem Alter nicht bewusst sei. „Das ist eine der Hauptaufgaben der Politik, diese Themen transparent zu machen. Die Politikverdrossenheit müssen wir bekämpfen – unsere Arbeit ist im Alltag häufig nicht greifbar. Das liegt auch daran, dass sie oft langwierig und kompliziert ist.“

Das mangelnde Politikinteresse sei allerdings nicht allein Schuld der Politiker: „Politik ist beispielsweise schon in der Schule nur ein Nebenfach – dabei ist es doch die Politik, die unseren Alltag bestimmt.“ ▪ lm

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