„Haus & Grund“: Kritik an Vermögenssteuer und Mietpreisbremse

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Rund 60 Besucher waren zu der Versammlung in der Schützenhalle erschienen.

LÜDENSCHEID - Wer ihn kennt, weiß es: Wilfried Starosta liebt klare Worte. Diesen Ruf bestätigte der Vorsitzende des Vereins „Haus & Grund“ für Lüdenscheid und Umgebung jetzt bei der Jahreshauptversammlung des Eigentümer-Verbands. Rund 60 Vereinsmitglieder lauschten ihm in der Schützenhalle. Dass Starosta dabei die Belange der Hausbesitzer verteidigte, liegt in der Natur der Sache.

Thema Vermögenssteuer: Keine Überraschung, dass Starosta die nicht mag. Seine Worte: „Die Vermögenssteuer ist Gift für Investitionen.“

Stichwort Mietpreisbremse: Sie soll bekanntlich helfen, drastische Mieterhöhungen gerade in Ballungsgebieten einzudämmen. So sehen es viele Politiker. Für Starosta indes ist das keine Lösung: „Die Mietpreisbremse wird für eine Verknappung des Wohnraums sorgen.“

Thema Energiewende: Auch hier sieht Starosta die Vermieter unter Druck – wegen Vorschriften zur Dämmung und zum Austausch alter Heizkessel. „Es darf nicht sein, dass die Eigentümer die ganze Energiewende bezahlen“, findet Starosta.

Doch trotz derlei Beanstandungen – früher hatte sich Starosta mitunter schon entrüsteter über Gesetze und Entwicklungen gezeigt. Dass seine Kritik diesmal moderater ausfiel, hat wohl auch mit dem neuen Mietrechtsänderungsgesetz zu tun. Das gibt den Vermietern etwa in Sachen Wohnraummodernisierung mehr Freiheit.

Mit dem neuen Gesetz befasste sich auch der Gastredner des Abends, Rechtsanwalt Tim Treude. Sein Urteil: „Das ist das bisher vermieterfreundlichste Gesetz überhaupt.“ Der Advokat ganz offen: „Da ist gute Lobbyarbeit geleistet worden. Teilweise wurden Vorschläge von ‘Haus und Grund’ als Paragraphen übernommen.“

Auch Wahlen standen bei der Versammlung noch an. Dabei bestimmten die Vereinsmitglieder Dieter Nölke zum neuen Vize-Vorsitzenden. Dem Vorstand erhalten bleiben zudem Elisabeth Frey und Bernd Baumann. - Sebastian Schmidt

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