25 Jahre STL: Aktionsmonat

Etwas größer darf’s schon sein: STL-Mitarbeiterin Jessica Bieschke mit Miniatur-Tonnen und den „echten“ April-Aktionstonnen.

Lüdenscheid - Es ist nur ein kurzer Anstieg ins Müllwagen-Führerhaus, aber der Blick auf die Welt verändert sich. „Sie glauben gar nicht, wie begeistert die Leute sind. Sie haben eine ganz andere Sicht der Dinge, eine ganz andere Wertschätzung.“

Auch deshalb ist der Programmpunkt „Rundfahrt mit Müllwagen und Kehrmaschine“ für Recyclinghof-Leiter Frank Bäcker eines der Top-Angebote bei der 25-Jahr-Feier des STL am Samstag, 30. April. Dann lädt der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb zwischen 10 und 16 Uhr zum „Tag der offenen Tür“ aufs Gelände Am Fuhrpark ein.

Dabei will man den Gästen einen Einblick in die vielfältigen Arbeitsbereiche des STL gewähren. Denn die Zeiten, als Abfall nur Abfall war, sind längst vorbei.

„Tonnenschweres“ Herzstück der Sonderaktionen anlässlich des Jubiläums ist wieder ein Bio- und Papiertonnen-Sonderangebot im April. Denn da geht noch was: Knapp 11 000 Biotonnen sind „draußen“, aber nur gut 1000 Papiertonnen. Die Erklärung ist relativ einfach, findet der Fachmann: „Mit einer Biotonne kann man das vorzuhaltende Abfallbehältervolumen reduzieren“ und so Geld sparen. Bequem sei es auch – wenn der Platz vorhanden ist. Für den STL wiederum ist das Sammelergebnis erfreulich, weil der Tonneninhalt in der Regel sortenrein und die Qualität des Papiers – und der Erlös – entsprechend hoch ist. Im Aktionszeitraum gibt’s braune und grüne Tonnen in zwei Größen (240 und 120 Liter) zum einheitlichen Abholsonderpreis von 35 statt 50 bzw. 64 Euro. Im Kaufpreis ist die Leerung enthalten.

Wer keinen Platz für zusätzliche Tonnen hat, dem bleibt der Weg zu den Sammelstellen oder eben direkt zum Fuhrpark. Immerhin stieg zwischen 2014 und 2015 die Direkt-Anlieferung von Papier von 922 auf 952 Tonnen.

Seit Mai 2000 ist der Recyclinghof eine Drehscheibe für annähernd 700 Tonnen unterschiedlicher Materialien, von Papier bis Plastik, von Kunststoff bis Grünabfall, von Metallen und Schrott, Bau- und Schadstoffen. Zwölf Mitarbeiter, darunter vier Ver- und Entsorger, helfen beim Sortieren und der sachgerechten Behandlung. Das ist nicht immer ganz einfach. „Problematisch wird’s, wenn uns panzerbrechende Munition oder Sprengstoff untergejubelt wird. Handsignalfackeln hatten wir auch mal“, erinnert sich der Fachmann. Das sind dann Fälle für eine höhere Entsorgungsstufe: den Kampfmittelräumdienst.

252 243 Besucher erfasste die automatische Zählschleife 2015. „Damit haben wir die 250 000er Marke geknackt“, freut sich Frank Bäcker über die Erfolgsgeschichte. Die vor einiger Zeit erfolgte Umorganisation habe sich bewährt. Trotzdem sagt er: „ Abfall, der nicht anfällt, ist der beste.“

Nach Rückgang sieht’s aber nicht aus: Die während der 58 wöchentlichen Öffnungsstunden angelieferten Abfallmengen sind erneut gestiegen – um ein paar hundert auf insgesamt 8793 Tonnen. Grünabfälle (von 1335 auf 1929 Tonnen) und Schadstoffe (von 74 auf 117 Tonnen) sind Zuwachsspitzenreiter. Derweil spezialisiert man sich immer weiter. Hartkunststoffe können jetzt getrennt gesammelt werden, Edelmetalle werden sortiert, Bauelemente wie Fenster und Rollläden entgegengenommen. Ziel bei alledem: Es dem Kunden so einfach wie möglich zu machen. Damit auch wirklich der Letzte keinen Sinn mehr darin sieht, seinen kaputten Kühlschrank in den Wald zu fahren oder sein altes Sofa an der Sammelstelle Brüderstraße abzuladen. - sum

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