Bürgerformat soll bleiben

750 Jahre Stadt Lüdenscheid: Organisatoren blicken zurück

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Ganz ohne historische Aktionen sollte das Stadtjubiläum natürlich nicht über die Bühne gehen.

Lüdenscheid - Wenn etwas dauerhaft bleiben soll von den zahlreichen Aktivitäten zum Jubiläumsjahr 2018, dann ist es das Engagement zahlreicher Vereine und Initiativen – kurzum der ehrenamtliche Einsatz vieler Bürger. Da sind sich alle einig, die in verantwortlicher Position die Feierlichkeiten zu 750 Jahre Lüdenscheid planten und begleiteten.

In einem Gespräch mit Bürgermeister Dieter Dzewas, Wolfgang Löhn als Koordinator der Festivitäten, André Westermann, Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH, und Marit Schulte, Pressesprecherin der Stadt, blickt die Redaktion zurück auf den 750. Geburtstag der Stadt.

Einigkeit herrscht auch darüber, dass es die richtige Entscheidung war, nicht eine zentrale Feier zu veranstalten, sondern ein buntes Programm mit zahlreichen Veranstaltungen von März bis Ende November auf die Beine zu stellen. 

Historischer Stadtraum als Bühne 

„Wir wollten ein Stadtjubiläum mit und für Lüdenscheier machen, nicht allein auf die Historie setzen, sondern den historischen Stadtraum als Bühne nutzen“, fassen sie das Konzept zusammen. 

Jubiläums Aktion: Lüdenscheid packt an

Mehr als 30 Projekte kamen allein bei der 75 Stunden-Aktionen zusammen, in denen sich sowohl gefestigte als auch Nachbarschafts-Gruppen zusammenfanden und sich gezielt eine Aktion überlegten und umsetzten. Unterstützt wurden sie mit jeweils 1000 Euro von der Stadt.

LSM gewinnt mehr als 120 Sponsoren

„Wir wären als Stadt allein nicht in der Lage gewesen, dies zu stemmen, konnten aber Hürden glätten bei der konkreten Ausrichtung. So konnten die Beteiligten mehr Eigenverantwortung übernehmen“, sagt Bürgermeister Dieter Dzewas. Gleichzeitig habe gerade diese Aktion das Gemeinwesen gestärkt – „eine Art Bürgerformat, das wir unabhängig von den Feiern zum 750. Geburtstag auch künftig unterstützen und stärken wollen.“ 

Sein besonderer Dank gehe auch an die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (LSM), ohne deren Hilfe viele Veranstaltungen gar nicht auf die Beine hätten gestellt werden können. 

Mehr zu 750 Jahre Lüdenscheid lesen Sie hier

„Wir haben mehr als 120 Sponsoren akquiriert, die die Themen mitgetragen und durch ihre Unterstützung dazu beigetragen haben, dass zum Beispiel das Jazz- und Blues-Festival, der Firmencup und der Firmenlauf oder das Public Viewing realisiert werden konnten. Nicht zu vergessen die Dart-Veranstaltung mit Phil Taylor und Raymond van Barnefeld in der Schützenhalle Loh. Das war für mich übrigens der Knaller – ein herausragendes Ereignis, das Besucher weit über die Grenzen Lüdenscheids hinaus zu uns gelockt hat. Das Interesse war riesig.“ 

Natürlich sei es eine absolute Ausnahme, so viele Sponsoren zu gewinnen. Aber durch die vielen Kontakte sei ein Netzwerk entstanden, das auch für künftige Veranstaltung von großer Bedeutung sei. 

Für Wolfgang Löhn, seit 30 Jahren für den Kontakt mit Lüdenscheids Partnerstädten zuständig, war der Empfang der Partner und die Auszeichnung mit Ehrenzeichen und Urkunden für ihn der Höhepunkt: „Das war schon sehr bewegend.“ 

Freunde aus Myslenice hart im Nehmen 

Gerne erinnert er sich auch an die polnischen Freunde aus Myslenice, die über 1100 Kilometer mit dem Bus anreisten, gleich am Firmenlauf teilnahmen, feierten und sich am nächsten Tag wieder auf den Heimweg machten. „Eine respektable Leistung“, sagt Löhn und schmunzelt. 

Für Marit Schulte passten die Lichtrouten „super“ in das Festgeschehen. „Es sollen sicherlich bis zu den nächsten Lichtrouten nicht noch einmal fünf Jahre ins Land gehen“, ergänzt Dieter Dzewas, für den das Singen im Rosengarten der Höhepunkt des Festjahres war. Die große Beteiligung am Flashmob der Tanzschulen auf dem Sternplatz habe ihn ebenfalls positiv überrascht. 

Lichtrouten 2018 in Lüdenscheid, Teil 1

Lichtrouten 2018 in Lüdenscheid, Teil 2

Lichtrouten 2018 in Lüdenscheid, Teil 3

Lichtrouten 2018 in Lüdenscheid: Leserfotos

Organisatorisch sei das alles mit der Kernverwaltung nicht zu „wuppen“ gewesen, erklärt er. Die Stadt investierte rund 200 000 Euro in das Stadtjubiläum, hinzu kamen von der LSM akquirierte finanzielle Unterstützungen, wobei sich besonders die Sparkasse hervortat. 

Starke Identifikation mit der Stadt 

Den Schub, der durch die 75 Stunden-Aktionen entstanden ist, wollen alle Beteiligten gerne über das Jubiläumsjahr hinaus mitnehmen. „Wir haben eine große Offenheit für Initiativen erlebt. Das wollen wir aufnehmen und auch künftig möglichst unbürokratisch die Rahmenbedingungen setzen, um weitere Aktionen für das Gemeinwesen zu unterstützen“, meint Dieter Dzewas nach den guten Erfahrungen. 

Es hat viele Formate gegeben, die die Feiern zum Stadtjubiläum übers Jahr hinweg geprägt haben – Sport, Musik, Kunst, historische und spannende Rundgänge unter Leitung des Stadtpatrons, die Einbeziehung der Partnerstädte, das Feuerwerk. Der Platz reicht nicht aus, um hier alles aufzuzählen. Das Bürgerformat soll dies alles überdauern – als ständige Identifikation mit der Stadt – wie der Phänomenta-Turm inzwischen ein Symbol für die Stadt Lüdenscheid geworden ist“, hofft der Bürgermeister.

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