Drei neue Plätze für das Lüdenscheider Hospiz

+
Inna Firsova am Klavier und Violinist Aleksey Semenenko sorgten für den hochkarätigen musikalischen Rahmen der Veranstaltung.

Lüdenscheid - Erfreuliche Nachrichten zum 10. Geburtstag der Medardus Stifung: Das Lüdenscheider Hospiz wird um drei Plätze von fünf auf acht erweitert. Parallel dazu zieht die Einrichtung voraussichtlich 2015 in einen dann umgebauten Gebäudetrakt auf das Gelände des Bonhoeffer-Altenzentrum.

Dies gab am Sonntag Wilfried Koopmann, kaufmännischer Vorstand des Perthes-Werkes, das Träger des Hospizes ist, bekannt. Die Umbaukosten bezifferte Koopmann auf rund 1,5 Millionen Euro. Besser konnte die Mitteilung dieser Neuigkeiten nicht platziert sein. Denn die Medardus Stifung zu Gunsten der stationären Hospizarbeit hatte in die Cafeteria der Sparkasse geladen, um den runden Geburtstag zu feiern. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Thalwitzer betonte, wie absurd es sei, dass es in einem Hospiz eine Warteliste gebe. „Denn Zeit ist das einzige, was diese Menschen nicht mehr haben. Hier wollen wir für eine Verbesserung der Situation sorgen.“ Und es blieb nicht nur bei Worten: 80 000 Euro steuert die Stiftung für zwei zusätzliche Zimmer bei, hinzu kommen 3600 Euro für ein hochwertiges Pflegebett und 1400 Euro für ein Sauerstoffgerät.

Wolfgang Thalwitzer erinnerte noch einmal an die Anfänge der Stiftung. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Lions Club Medardus kam die Idee auf, die Hospizarbeit zu unterstützen. 2004 wurde die Stiftung von der Bezirsregierung genehmigt und seitdem haben die Lions – hinzu kamen der Lions Club Lüdenscheid-Lennetal und der Lions Club Minerva zahlreiche Aktionen veranstaltet, deren Erlös allesamt das Stiftungskapital mehrten. Zuletzt kamen beim Venezianischen Maskenball der Damen vom Club Minerva 4000 Euro zusammen. Wolfang Thalwitzer dankte allen Mitgliedern, aber auch privaten Unterstützern für die Hilfe in all den Jahren und bekräftigte, sich auch weiterhin für das Hospiz einzusetzen.

Lions Distrikt-Governor Dr. Ulrich Oberschelp lobte Thalwitzer für sein Engagement: „Das war damals eine geniale Idee. Wolfgang Thalwitzer brennt für die Medardus-Stiftung, hat sich unermüdlich dafür eingesetzt. Wir können damit die Welt ein wenig menschlicher und wärmer machen.“

Bürgermeister Dieter Dzewas hatte den Besuch der Feierstunde einer Einladung zur Messe Light and Building in Frankfurt vorgezogen. „Für meine Absage dort hatte jeder Verständnis“, unterstrich Dzewas auch auf diese Weise, wie wichtig die Stiftung und ihr Einsatz für das Hospiz ist: „Ich bin froh und dankbar, die Stiftung und das PerthesWerk als verlässliche Partner zur Seite zu wissen.“

Hauptredner war Ex-Vizekanzler Franz Müntefering, Beirat der Deutschen Stiftung für Hospiz- und Palliativversorgung. In seinem Vortrag mit dem Titel „Weniger.Älter.Bunter“ appellierte er angesichts der demografischen Entwicklung an die wachsende Zahl der Senioren, sich einzusetzen für eine soziale und solidarische Gesellschaft. „Wenn man aufeinander achtet und sich Zeit für seine Mitmenschen nimmt, dann tut das auch einem selbst gut.“ Das Älterwerden berge Risiken, aber auch riesige Chancen, die Lebensqualität einer Stadt zu erhöhen.

Von Martin Messy

Festakt 10 Jahre Medardus Stiftung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare