150 Jahre Küberit: Für die Fußböden der Welt

1863 in Altena gegründet, 1996 Umzug in die neuen Geschäfts- und Produktionsräume nach Lüdenscheid: Hier, am Römerweg, hat Küberit zudem 2008 ein vollautomatisches Hochregallager gebaut.

Lüdenscheid - Man könnte es ein Geschenk zum Hundertfünfzigsten nennen, aber natürlich ist es das Ergebnis harter Arbeit: Zu Beginn des Jubiläumsjahres fand „Küberit Profile Systems“ als einer von 105 „Hidden Champions“ Aufnahme in die SIHK-Broschüre über Weltmarktführer in Südwestfalen. Das erreicht man nicht zufällig.

Es gelingt nur, wenn man dem Wettbewerb mit ungebrochener Innovationskraft immer eine Leisten-Länge voraus ist, wovon bis heute 105 Patente und Schutzrechte zeugen. Gezielt expandieren, Mitarbeiter motivieren und spezialisieren sowie in der Region verwurzelt bleiben und weltweit agieren – das sind Zutaten zum 150-jährigen Erfolgsrezept. Gegründet in Altena, zog man 1996 an den Römerweg in Lüdenscheid. Das Unternehmen, das seit 2009 als „Küberit Profile Systems“ firmiert, fasst hier seine Entwicklung zusammen:

Hermann Friedrich Künne legte im Jahr 1863 den Grundstein des Unternehmens in der Rahmedestraße 11 in Altena/Westfalen für eine bis heute 150 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte. Auf den Pulten in den Kontoren und Schreib-Bureaus stehen Tintenfass und Federkiel, Buchhalter stülpen sich allmorgens die Ärmelschoner über, bevor sie handschriftlich Listen und Bücher führen. Auf Fortschritt in Form von Füllfederhaltern muss man noch über zwanzig Jahre warten. Ebenso auf Elektrifizierung und von einer Telefonverbindung war man noch mehr als eine Dekade entfernt. Als die erste Motorkutsche in Deutschland 1885 von Carl Benz vorgestellt wird, feiert das Unternehmen im sauerländischen Altena bereits sein 25-jähriges Firmenjubiläum.

Bis zur ersten Tankstelle in Deutschland dauert es noch mehr als 55 Jahre. Und Deutschland gab es damals ja noch nicht. Bis zur Konstitution des deutschen Nationalstaates 1871 mit dem Versailler Vertrag war ganz Europa ein Flickenteppich der Kleinstaaterei, beherrscht von Königshäusern, Fürsten- und Herzogtümern und regiert von Feudalherren. Mit dem Vertrieb von Artikeln für die Innen- und Fensterdekoration bringt Hermann Friedrich Künne ab 1863 etwas von dem Feudalismus auch in die Häuser und Wohnungen der Bürgerschaft.

Unter welch täglichen Widrigkeiten ein Unternehmensaufbau damals überhaupt möglich war, ist heute kaum mehr vorstellbar. Doch zum 50-jährigen Jubiläum umfasste der Künne-Warenkatalog bereits über 200 Seiten. Kunden waren Möbel und Dekorationsgeschäfte, Gardinenhäuser, Tischlereien, Tapezier- und Polstermeister, Linoleum- und Tapetenhäuser sowie die klassischen Eisenwarenhandlungen.

Ab 1920 beschränkt sich das Unternehmen nicht mehr auf den Handel, sondern reagiert auf die sich ändernden Wohnungseinrichtungen mit Linoleumböden oder Auslegeteppichen und fertigt erste Fußbodenprofile aus Metall. Ab da beginnt auch die Geschichte der technischen Innovationen. 1930 werden erste Patente gehalten, es werden bereits Profile mit rutschhemmenden Blei-Einlagen angeboten und „eiserne Dübel“ entwickelt.

In den Nachkriegsjahren des 2. Weltkrieges ab 1948 werden Nägel produziert, um eine „Tauschwährung“ zu haben, damit die Belange des Unternehmens und der mit ihm verbunden Mitarbeiter-Familien erfüllt werden können. Ab 1950 weitet sich das Warenangebot rund um die Fußbodenprofile stetig aus. Der erste Kunststoffextruder wird installiert und die Fertigung von Fußbodenprofilen, Sockelleisten und Treppenprofile beginnt. Diese wird mehr als 40 Jahre aufrecht erhalten und erst 1993 eingestellt. Von da an setzt das Unternehmen ausschließlich auf die Neu- und Weiterentwicklung hochwertiger Metallprofile und Systemlösungen.

„Think global, act local“ - für kaum ein mittelständisches Unternehmen im Sauerland wie für das in diesem Jahr zum „Hidden Champion“ gekürte Küberit gilt diese Prämisse. Küberit ist seit Jahrzehnten als Arbeitgeber ein verlässlicher Anker in der Region und investiert regelmäßig in seine Standorte. Durch eine kontinuierliche Expansion des Unternehmens, fortlaufende Produktneuentwicklungen und den stetigen Ausbau der Exportmärkte begann ab der Jahrtausendwende der Weg von Küberit zum Marktführer. Seither hat sich die Zahl der Mitabeiter und Mitarbeiterinnen auf rund 160 Beschäftigte nahezu verdreifacht.

Diese Position behauptet das Unternehmen nun schon erfolgreich seit Jahren nicht zuletzt deshalb, weil es mit rund 12 000 Lagerartikeln und über 300 unterschiedlichen Profilquerschnitten eine nicht vergleichbare Auswahl von Produkten bereithält. Und durch die fortlaufende Investition in modernste Fertigungsanlagen und -verfahren kann Küberit dem bodenlegenden Handwerk für nahezu jede technische oder trendige Anforderung eine Problemlösung anbieten.

Küberit ist als Hersteller von innovativen Profil-Systemen für alle Hartbodenbeläge wie Laminat, Parkett oder Kork sowie von Profilen aus Aluminium, Messing und Edelstahl für textile und elastische Bodenbeläge weltweit ein gefragter Partner. Die Produkte aus dem Sauerland kommen in Luxuslinern der Aida-Kreuzfahrtschiffe ebenso zum Einsatz, wie im berühmten Burj Khalifa, dem mit 828 Metern höchsten Gebäude der Welt. Die Exportmärkte wie Japan, China, Vorderasien, Osteuropa und Russland tragen jetzt mit circa 10 Prozent zum Ergebnis bei. Der vorwiegende Teil fällt auf das übrige Europa, Afrika und Amerika, wobei Deutschland, Benelux und Frankreich die größten Einzelmärkte darstellen.

„Grundlage unserer seit fünf Generationen andauernden Erfolgsgeschichte sind Faktoren wie die aktive und verlässliche Partnerschaft mit Handel, Handwerk und Architekten sowie die Bodenständigkeit der hinter der Marke Küberit stehenden Menschen. Hinzu kommen die innovativen Produktentwicklungen, die in Art und Vielfalt im Fußbodenmarkt einmalig sind. Sie sind gleichbedeutend mit ‘german engineering’ und ‘Made in Germany’“, erläutert Küberit-Geschäftsführer und Mitgesellschafter Frank Sondermann den Erfolg des Unternehmens und der Marke Küberit.

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