50 Jahre Goldschmiede Pieper an der Grabenstraße: fünf Meister, eine Passion

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50 Jahre Goldschmiedetradition an der Grabenstraße: Dieter und Ute Pieper mit den Zwillingen Dominic und Dorina lieben ihr Handwerk. Über die Jahrzehnte ist ein unverwechselbarer Pieper-Stil entstanden, den die Stammkunden schätzen.

Lüdenscheid - Goldjubiläum in einer Goldschmiede – mehr Glanz geht eigentlich nicht. Vor 50 Jahren, am 15. November 1961, schloss Dieter Pieper sein Ladengeschäft – damals noch an der Grabenstraße 4 – zum ersten Mal auf.

Heute ist die Grabenstraße 1 eine erste Adresse für Schmuckarbeiten mit der Handschrift der nächsten Generation. So viel sich in 50 Jahren verändert haben mag – die Faszination von Materialien, Formen und künstlerischem Ausdruck ist Familiensache geblieben.

Der heute 74-jährige Dieter Pieper hat gemeinsam mit seiner Frau Ute (71) erreicht, was man erreichen konnte als aufstrebendes junges Goldschmiedemeisterpaar: internationale Auszeichnungen und Preise, (darunter allein drei Mal den Branchen-Oscar, den Diamonds-International-Award), namhafte Kunden im In- und Ausland, zeitgemäße, ungewöhnliche Schmuckinterpretationen, die für Aufsehen und Aha-Effekte sorgten. Dieter Pieper gehöre „zu den kreativsten deutschen Goldschmiedemeistern“, lobte die Fachpresse einst. Das zeigte sich damals, als er für die geplagte Gattin des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg einen viereckigen Ring entwickelte – „der drückte nicht beim Händeschütteln“.

er Dortmunder, den es als Kind nach Lüdenscheid verschlagen hat, machte erste berufliche Schritte als Steuerberater und Werkzeugmacher. Doch in einem „richtigen Männerberuf“, dem des Goldschmieds, fand er seine Berufung. Nach Lehr-, Studien- und Praxisjahren unter anderem in Pforzheim und Norwegen kehrte er als Meister (Gold- und Silberschmied) und staatlich geprüfter Gestalter für Schmuck und Gerät zurück. Im Keller arbeitete er vor für die Geschäftseröffnung, „um etwas zu haben für den Verkauf“. Seine erste Gesellin wurde seine Frau; zur Hochzeit 1965 bekam sie das „Juwel des Jahres“ 1964, einen Brillantring aus Weißgold und Platin. Auch für die Ausbildung machte sich Pieper als Innungsobermeister stark. Heute ist er Ehrenobermeister.

Ohne Schmuck geht nichts bei Piepers. Sie machen ihn, sie tragen ihn gerne. Die Zwillinge Dominic und Dorina (41) arbeiten seit ihren Meisterprüfungen im elterlichen Geschäft. Ohne Ohrringe und Kette gehe sie nicht aus dem Haus, lacht Dorina Pieper. Ein einzelner, ausdrucksstarker Ring bleibt dem Abend vorbehalten – aber nur, weil er beim Arbeiten stört, nicht, weil noch irgendwelche Regeln für das Tragen von Schmuck gelten würden.

Ein Siegelring oder ein farbiger Edelsteinring für den Herrn, natürlich Manschettenknöpfe, das ist für Dominic Pieper Grundausstattung. Er arbeitet gerne mit Silber, kombiniert es ungewöhnlich mit Ammoniten oder Meteoritensplittern. Schmuck, so die Botschaft, ist keine Frage des Preises, sondern des individuellen Ausdrucks.

Oliver, ältester Sohn, fünfter Meister im Bunde und Edelsteinexperte, lebt und arbeitet in Japan, saugt fremde Einflüsse auf. Auch die dritte Generation in Gestalt von Enkel Moritz (7) greift schon zum Hämmerchen. „Das hört sich gut an“, sagt Ute Pieper anerkennend. Das Handwerk hat Zukunft.

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