90 Jahre Elektro-Innung: „Ohne Strom geht nix“

Die erste Riege beim Festakt der Elektro-Innung: (v.l.) Jens Rodermund, Leiter der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft, Innungs-Obermeister Clemens Nestmann, Unternehmer Walter Mennekes, Landrat Thomas Gemke, der stellvertretende Innungs-Obermeister Dieter Reingen und Dirk H. Jedan, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

LÜDENSCHEID ▪ „Ohne Strom geht nix!“ Mit diesem Schlagwort sprach Unternehmer Walter Mennekes, „Steckerkönig aus Kirchhundem“, den mehr als 100 Festgästen gestern Abend aus der Seele. Vertreter aus Politik, Handel und Industrie, Funktionäre aus Handwerksverbänden und vor allem die Handwerksmeister der 90 Mitgliedsbetriebe der Lüdenscheider Elektro-Innung feierten deren 90-jähriges Bestehen.

Landrat Thomas Gemke lieferte in seinem Grußwort Zahlen, die für das Selbstbewusstsein in den kreisweit 3800 Handwerksbetrieben mit 20 000 Beschäftigten stehen. Mit einem Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro sei das Handwerk ein „riesiger Wirtschaftsfaktor und der größte Arbeitgeber im Kreis“, so Gemke. Dass in den Betrieben 2600 Ausbildungsverträge geschlossen worden sind, bezeichnete der Landrat als „überproportionales Engagement“.

Die heimische Elektro-Innung ist dabei in der Kreishandwerkerschaft eine feste Bank. Darauf wies Lothar Hellmann hin. Der Präsident des Elektrofachverbandes NRW gratulierte den Innungsmitgliedern und ihren ehrenamtlichen Funktionären, allen voran Innungs-Obermeister Clemens Nestmann, für eine „enorme Entwicklung“. Hellmann: „Ich kenne landes- und bundesweit sonst keine einzige Elektro-Innung, die so vortrefflich aufgestellt ist wie die in Lüdenscheid“ mit ihrem hohen Organisationsgrad und „den stets außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlungen“.

Walter Mennekes, international erfolgreicher Fabrikant und selbsternannter „Steckerverkäufer und -macher“, widmete sich in seiner launigen Festrede abseits des Gratulations-Defilees dem Thema „Marke lohnt sich!“ Der 63-jährige Unternehmer mahnte die Handwerksmeister zum Festhalten an Tradition. „Tradition ist nicht nur Anker, sondern auch Orientierung.“ Der Wandel durch Innovation müsse fortschreiten, das Erschaffen einer Marke aber fordere Kontinuität – auch im Interesse der Kunden. Ob Nivea, Persil oder Kinderschokolade oder eben der Elektrofachbetrieb vor Ort – „Marke motiviert Mitarbeiter, die machen gute Arbeit, die bringt Gewinn und gute Löhne.“ Mennekes: „Wer Marke ist, zählt zu den Gewinnern. Was für den Verbraucher gut ist, ist auch gut für Industrie, Handwerk und Handel.“

An seine Zuhörer appellierte Mennekes, der die Innung als „Rückgrat des Handwerks“ versteht, auf den Grundsatz „Maßstab heißt Qualität“ zu setzen. Nur dann gelinge es den Handwerksbetrieben, sich international zu behaupten und die Marke als Instrument für Erfolg und Gewinn zu nutzen. Und was für den „Steckerkönig“ Gewinn heißt, verriet er kurz und bündig. „Gewinn ist für mich die Anzahl der Ziffern links vor dem Komma – in schwarz.“ - von Olaf Moos

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