50 Jahre BGL: Es muss nicht immer Hogwarts sein

Der Unterstufenchor unterstützte an beiden Abenden den Auftritt des von Sebastian Diel und Christian Knaup geleiteten Schulorchesters „Röhrenwerke“, die mit Schülern aus den Bläserklassen spielten.

Lüdenscheid - Voller jugendlicher Energie und mit einem riesigen bis gigantischen Programm feierten Schüler, Lehrer und Eltern im Kulturhaus an zwei Abenden den 50. Geburtstag des Bergstadtgymnasiums, das am 1. April 1964 als die dritte Schule Lüdenscheids ihre Pforten zunächst für Jungen öffnete.

Manchmal ist alles eine Frage der Formulierung: „Wir sind nicht faul, wir sind nur im Energiesparmodus“, beschreiben Schüler mit sehr positiv besetzten Worten ihren Status. Von Energiesparen war an den beiden Abenden allerdings wenig zu spüren: Von der Musik über den Kampfsport bis zum kleinen Theaterstück boten die jungen Akteure viel Abwechslungsreiches. Und natürlich kam dabei auch der Unterricht vor. Entsetzlich anspruchsvolle Fragen mussten beantwortet werden nach dem Muster: „Wieviel Zwölftel hat ein Ganzes?“

Die Theatergruppe der Klasse 6c hatte ganz genau hingeschaut, was in einer Schule so alles passiert, und die Moderatoren Julia Pütz und Tobias Schwarz verteilten Beobachtungsaufgaben an das Publikum: Schüler beobachteten Schüler, Lehrer stellten sich die Frage „Sind wir wirklich so, wie wir dargestellt werden?“, und die Eltern durften sich mit Grundsätzlichem beschäftigen: „Sind Sie sicher, dass Sie Ihre Kinder jeden Tag in diese Welt schicken möchten?“

Deutlich wurde: Im Prinzip ist diese Welt ganz in Ordnung. Ein paar nörgeln über die Hausaufgaben, ein paar über die „doofen Klassenarbeiten“. Der dritte Wert, den Tobias Schwarz dem Publikum verkündete, war allerdings nicht glaubwürdig: Es kann nicht sein, dass nur zehn Prozent der Schüler beklagen, dass sie nie einen Brief aus Hogwarts bekommen haben. Auch dort befindet sich bekanntlich eine sehr interessante Schule, für die es leider besondere Aufnahmebedingungen gibt.

Jubiläumsfeier 50 Jahre BGL

Aber gruseln kann man sich auch im BGL. Die 5b machte sich auf die Suche nach dessen Geist und wurde nach langer Suche quer durch das ganze mächtige Gebäude und dessen Nebengelasse fündig.

Die Mittelstufentheatergruppe nahm die Lehrer ins Visier. Die Schüler aus den siebten und achten Klassen beantworteten auf ihre Weise die Frage, in welcher Laune Lehrer Klassenarbeiten und sonstige Schüler-Schöpfungen lesen. Und natürlich haben ihre Launen Auswirkungen auf die daruntergeschriebenen Noten und andere goldene Worte. So sahen es jedenfalls die Schüler, die Unterstützung aus dem Saal bekamen: Denn die Eingangsfrage, ob Lehrer ihrem Ruf entsprechen, wurde vom Publikum hörbar bejaht.

Festveranstaltung BGL 50 Teil 2

Gelegenheit zum persönlichen Mitwirken hatte das Publikum auch beim Geburtstagsständchen für das BGL: „Schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst“, lautete die treffende Zeile, denn das BGL wurde als drittes Gymnasium vor 50 Jahren dringend gebraucht. Das Bild hatte es in sich: Die Geburt,- nicht etwa der Venus, sondern einer riesigen Schule. Ein Projekt unter Beteiligung von Giganten.

Am Ende tanzten die Lehrer, denn es war noch eine ganz wichtige Frage offengeblieben: „Was können Lehrer?“ - Von Thomas Krumm

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