50 Jahre Amtskette: Symbol für Zusammenarbeit

Die Stiftungsurkunde der Amtskette (l.) und einer ihrer Träger, Erwin Welke, mit Kette und Goldenem Buch.

LÜDENSCHEID ▪ Elfenbein, Silber, Gold und Edelstein schmücken nicht nur Fürsten, sondern seit nunmehr 50 Jahren auch Lüdenscheider Demokraten. Die Kostbarkeit in Gestalt einer Gliederkette mit einzelnen Medaillons ist kein Selbstzweck, sondern soll vor allem an prachtvolle Errungenschaften erinnern, die der jeweils erste Bürger der Stadt bei wichtigen Anlässen jedem vor Augen führt, der einen genaueren Blick wagt. Da das aber nicht immer ganz einfach ist, nehmen wir die Kette anlässlich ihres runden Geburtstages genauer unter die Lupe.

Die Kette war eine Stiftung der Verwaltung an den Rat und sollte, so formulierte es Oberstadtdirektor Hans Born dereinst, eine besondere Würdigung für anderthalb Jahrzehnte kommunaler Zusammenarbeit sein. Anstrengungen, die „unsere Vorväter auf mehrere Generationen verteilen konnten“, habe man in 15 Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg bewältigt. Die Zeit sei nun, nachdem man zuvor „zweifellos wichtigere Aufgaben zu lösen“ gehabt habe, reif für ein sichtbares, würdiges und dauerndes Zeichen für die Anerkennung der Selbstverwaltungsarbeit und -leistung, befand Born, jenseits von der „rein aktenmäßigen Aufzeichnung historischer Vorgänge unserer jüngsten Zeit“.

Zu dem Zweck beantragte er 1960, der Rat möge beschließen, dass der Oberbürgermeister bei besonderen Anlässen die Amtskette trage. Zu der Zeit war die Amtskette bereits fertig, „in der Erwartung, dass dieser Antrag die Billigung dieses hohen Hauses finden wird“.

Schwerer als die 800 Gramm Gesamtgewicht wiegt die Bedeutung der Einzelteile. Mit Hilfe von 290 Gramm Gold, 445 Gramm Silber und dem Restgewicht der Elfenbeinplättchen werden Ereignisse und – auf der jeweiligen Medaillonrückseite damit verbundene Namen – gewürdigt. Doch die Kette verbindet nicht nur wesentliche Bausteine der Nachkriegsdemokratie, sondern, so die erklärte Stiftungsabsicht, auch Rat und Verwaltung.

Damit sah man sich in guter, anderswo bereits gepflegter Tradition. Als „erstmalig und einmalig“ bewertete Born allerdings, dass die rund 9000 DM Anschaffungskosten für die Kette durch Spenden der Verwaltungsmitarbeiter inklusive der Angestellten der Städtischen Sparkasse und der Stadtwerke aufgebracht worden waren.

Die Vorstellungen der Verwaltung von einem eher zeitlosen Meisterwerk, das auf Elemente moderner Kunst verzichtete, durfte Peter Schneider, Obermeister der Goldschmiede im Innungsbezirk Arnsberg, in 800 Arbeitsstunden umsetzen.Lesen Sie mehr zum Thema in unserer Printausgabe HeiligabendÔ

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare