Blasebalg fürs Museum: Fast wie ein Lottogewinn

Pause am Schmiedemuseum: Am Maifeiertag nutzten bereits viele Gäste das schöne Wetter für einen Besuch.

LÜDENSCHEID - Eine seltene Hinterlassenschaft zählt seit kurzem zum Inventar des Schmiedemuseums Bremecker Hammer, das seit Mittwoch wieder geöffnet ist. Zahlreiche Besucher staunten nicht schlecht, als sie im Museum den riesigen, etwa 200 Jahre alten Blasebalg am Boden liegend entdeckten.

„Das ist fast wie ein Lottogewinn fürs Museum“, freute sich Kunstschmied Dieter Conradt über die Rarität. Der rund 185 Zentimeter lange, etwa 90 Kilogramm schwere Blasebalg stamme aus der Zeit 1810-1815 und fasse wohl knapp einen Kubikmeter Luft. Auf die Spur brachte der Nachkomme eines Schmiedes aus dem Hessischen das Museum. Die Hinterlassenschaft seiner Vorfahren diente dem Anbieter als schmückendes Objekt im Garten. Als er sein Haus verkaufen wollte, bot er dem Schmiedemuseum das Objekt an. Er habe nur das Bild gesehen und begeistert „haben“ gesagt, erinnerte sich Conradt. Derzeit sei daran gedacht, den Blasebalg so aufzubauen, dass Kinder damit umgehen können.

Gerade noch rechtzeitig konnte das Schmiedemuseum von den Ehrenamtlichen für die Saison herausgeputzt werden. Der lange Winter hatte dem Team der Freiwilligen enge Grenzen für die Vorbereitung auf die Wiedereröffnung gesetzt. Deshalb rückten am Tage der Eröffnung zehn Freiwillige an und legten sich ins Zeug, um „ihr“ Museum für die Besucher ins rechte Licht zu setzen.

Bereits am frühen Nachmittag konnte man im Museum mehr als 120 Besucher verzeichnen. Die heiße Phase begann bereits am späten Vormittag, da der Andrang der Besucher zu zwei spontan angebotenen Führungen mit jeweils vierzig Personen genutzt wurde.

„Auch in diesem Jahr haben wir eine Menge anzubieten“, kündigte Dieter Conradt an, der darauf verwies, dass schon bald die Flyer mit dem Jahresprogramm des Schmiedemuseums aufgelegt werden. Im Juni soll wieder ein Rennofen errichtet und damit Eisen gewonnen werden. - usc

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