Landgericht: Angeklagter war untergetaucht

Angeklagter untergetaucht: Prozess nach 25 Jahren

LÜDENSCHEID - Die 4. große Strafkammer des Hagener Landgerichts befasst sich ab 14. Februar mit einer ungewöhnlich alten Straf- und Ermittlungsakte. Auf der Anklagebank sitzt ein Mann, der zwischen 1. Januar und 3. Mai 1988 in Lüdenscheid und Werdohl eine Reihe von teilweise schweren Verbrechen begangen haben soll.

Als die Staatsanwaltschaft 1989 Anklage gegen den Verdächtigen erhob, saß der bereits wegen einer anderen Sache im Gefängnis. Von dort aus schob ihn das Ausländeramt noch während des laufenden Verfahrens 1991 in die Türkei ab. Doch im Mai vergangenen Jahres tauchte der Mann bei Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall im badischen Biberach plötzlich wieder auf. Wie sich herausstellte, lebt er unter geändertem Vornamen in Deutschland.

Nun muss er sich unter anderem wegen der Vergewaltigung einer Frau verantworten, zu der er 1988 ein außereheliches Verhältnis hatte. Außerdem wirft ihm der Ankläger gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Sachbeschädigung und Bedrohung sowie diverse Verkehrsdelikte vor.

Das 4. große Strafkammer hat für den Prozess zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Die Hauptverhandlung beginnt am Freitag, 14. Februar, um 9.30 Uhr und findet im Saal 201 des Hagener Landgerichtsstatt. - omo

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