Jahnplatz: Bürgerinitiative hofft auf Spenden

+
Der Sportplatz an der Jahnstraße soll zu einem Mehrgenerationenspielplatz umgebaut werden.

LÜDENSCHEID - Die Bürgerinitiative gegen den Mehrgenerationenspielplatz an der Jahnstraße hat jetzt verschiedene Behauptungen der Befürworter des Platzes in einem zweiseitigen Brief an die LN-Redaktion „entschieden“ zurückgewiesen.

In die Kritik gerät in dem Schreiben auch der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Uwe Hindrichs. Hier das Schreiben von Diane Owen, einer der Sprecherinnen der Bürgerinitiative, im Wortlaut:

Zu dem Papier mit dem Titel „Dichtung und Wahrheit“ möchten wir entschieden darauf hinweisen, dass die meisten der dort aufgeführten Behauptungen nicht von der Bürgerinitiative geäußert wurden. Insbesondere die Aussage zu der alternativen Verwertbarkeit des Geländes mit einem Wert von schätzungsweise 2,5 bis 3,5 Millionen Euro. Jedoch ist diese Überlegung nicht uninteressant – denn auch, wenn das Grundstück wie von dem Aktionsbündnis geäußert, vielleicht „nur“ 1,5 oder 1,8 Mio. Euro Wert ist, immer noch eine beachtliche Summe!

Der Einwand des Aktionsbündnisses, dass mit dem Bau des MG-Spielplatz der städtische Haushalt entlastet werden kann, da die Treppe neben dem Kino und die marode Stützmauer sonst anders finanziert werden müssen, könnte die Bürgerinitiative fast zum Lachen bringen. Doch dazu ist die Angelegenheit viel zu traurig. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden von den zuständigen Fachleuten der Abteilung Bau- und Ingenieurwesen des STL nach den Regeln der Technik Sanierungskosten für die Kinotreppe in Höhe von ca. 60 000 Euro ermittelt. Eine Anfrage der Bürgerinitiative bei einem Architekten hat ergeben, dass eine Treppenstufe ca. 250 Euro (inkl. aller Nebenkosten, Abtransport der alten Stufen usw.) kostet. Umgerechnet auf die Kinotreppe ergibt dies einen Betrag von ca. 30 000 Euro. Die tatsächlichen Kosten werden sich dann wahrscheinlich irgendwo in der Mitte treffen.

Bezüglich der „maroden“ Stützmauer erklärte Planungsfachmann, Herr Badziura von der Stadtverwaltung bei der Veranstaltung am 10. Februar im SPD-Haus, dass diese Mauer zur Zeit noch gar nicht unbedingt saniert werden müsste. O-Ton Herr Baziura: „Die kann gut und gerne noch 50 Jahre halten.“

Zusammengefasst ist somit zu sagen, dass mit dem Bau des Mehrgenerationenspielplatzes einerseits ca. 45 000 Euro für die Sanierung der Kinotreppe gespart werden könnten so dass der Spielplatz theoretisch „nur“ noch 825 000 Euro kostet, andererseits jedoch durch die dann nicht mehr mögliche Vermarktung des Platzes der Stadt weitere 1,5 bis 1,8 Mio. Euro durch die Lappen gehen plus die 825 000 Euro (870 000 Euro Spielplatz minus Kosten Kinotreppe 45 000 Euro) die ohne Bau des Spielplatzes für wichtigere Maßnahmen verwendet werden könnten.

Ob das die Lüdenscheider Bürger auf die Befürworterseite zieht, wagt die BI zu bezweifeln. Darüber hinaus, hat die Bürgerinitiative zu keinem Zeitpunkt behauptet: „Hier werden Wahlversprechen eingelöst.“ Anzumerken wäre hierzu jedoch, dass das Konjunkturpaket II nicht dafür gedacht war, Wahlversprechen einzulösen, sondern um die Wirtschaft anzukurbeln. Richtig ist allerdings die Argumentation der BI: „Das Geld könnte man besser für Energiesparmaßnahmen verwenden. Das Aktionsbündnis meint hierzu, dass dies zwar grundsätzlich möglich wäre, die Stadt Lüdenscheid allerdings schon seit Jahren „energetische Sanierungen“ ihrer Gebäude durchführt. Vieles wäre bereits abgearbeitet….“

Erstaunlich nur die Worte unseres Bürgermeisters, die letzte Woche in der Zeitung standen: „Wir könnten locker das Doppelte der zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Konjunkturpaket II für die energetische Erneuerung verbauen“, sagt Dieter Dzewas. Es sei genügend Bedarf vorhanden…..“ Außerdem ist es richtig, dass die BI der Meinung ist, dass es sinnvoller wäre, vorhandene Spielplätze zu sanieren. Hierzu behaupten die Befürworter des MG-Spielplatzes: „Es gibt schon lange ein Spielplatzsanierungsprogramm, bei dem nach und nach die Spielplätze in allen Stadtteilen saniert werden.“ Verwunderlich nur, dass am 14. Dezember in der Zeitung stand: „Um die Mehrkosten des Spielplatzes am Vogelberg aufzufangen, wird der Spielplatz in der Friedrich-Wilhelm-Straße vorerst nicht saniert…..“, sicherlich werden noch viele andere Spielplatzsanierungen aufgrund der katastrophalen Haushaltslage nicht erfolgen.

Mit Kopfschütteln und Unverständnis nimmt die BI die Äußerungen des Vorsitzenden des Kinderschutzbundes, Uwe Hindrichs, zur Kenntnis. Herr Hindrichs behauptet, dass die Bürger von Anfang an durch falsche Argumente beeinflusst worden sind. Das ist schon ziemlich frech. Hier braucht man sich nur einmal die Frage zu stellen, warum die Bürgerinitiative etwas gegen den Mehrgenerationenspielplatz haben sollte, wenn das Geld für nichts anderes verwendet werden dürfte? So leichtgläubig wird hoffentlich kein Lüdenscheider Bürger sein!

Verwundern tut diese Behauptung aber nicht, da der Kinderschutzbund u. a. doch ein großes eigenes Interesse an dem Mehrgenerationenspielplatz hat, da er dort gerne sein neues Domizil ansiedeln möchte. Aber, was wahr ist, muss wahr bleiben! 870 000 Euro für einen Mehrgenerationenspielplatz oder auch Familienwiese genannt, erfordern eine seriöse Informationspolitik. Unsere Informationen basieren auf nachweisbaren Fakten.

Bürger, die die Wahrheit wirklich wissen wollen, können sich u. a. auf den Internetseiten:

http://www.im.nrw.de/bue/359.htm

http://www.im.nrw.de/bue/377.htm

www.im.nrw.de/bue/doks/090220artikelgesetz_zig.pdf  oder

www.owen-luedenscheid.de informieren.

Die parteipolitische Neutralität von Schulen, Kindergärten, CVJM u. ä. muss gewährleistet sein. Deshalb empfindet es die BI etwas seltsam, dass das Aktionsbündnis für den Mehrgenerationen-Spielplatz nicht davor zurückschreckt, diese Gemeinschaften für solche Zwecke zu gewinnen. Die Demokratie in unserem Lande erlaubt uns, unterschiedliche Interessenslagen zu diskutieren, ohne gegenteilige Meinungen zu diffamieren. Sie können auch weiterhin auf eine sachlich fundierte Information durch die BI vertrauen.

Das Aktionsbündnis aus Ratsvertretern der „Ampel“-Fraktionen und Abordnungen aus Vereinen und Verbänden, hat anscheinend die nötigen finanziellen Mittel, um einen gewaltigen Wahlkampf (wie angekündigt Familienfest, Plakate, Flyer usw.) für den MG-Spielplatz zu betreiben. Über diese Mittel verfügt die BI leider nicht. Jede Form der Unterstützung und aktiven Mitarbeit in der Bürgerinitiative gegen den Mehrgenerationenspielplatz ist daher ausdrücklich willkommen. Zudem wurde ein Spendenkonto bei der Sparkasse Lüdenscheid, Nr.: 1103449, Kontoinhaber: Diane Owen wg. Bürgerinitiative, BLZ: 458 500 05, eingerichtet. Wenn jede/r Unterzeichner(in) des Bürgerbegehrens nur 50 Cent auf das Konto einzahlen würde, könnten wir damit die Kosten für den „Wahlkampf“  (Flyer, Standgebühren Sternplatz etc.) bestreiten. Steuerabzugsfähige Spendenquittungen können wir, da wir kein eingetragener Verein sind, jedoch leider nicht ausstellen. Wir werden aber Spendengelder, die nach Abschluss unserer Initiative auf dem Konto verbleiben sollten, einer gemeinnützigen Einrichtung zur Verfügung stellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare