Polizeiprogramm gegen Einbrüche mit positiver Blianz

+
Ulrich Hemicker, Michael Pähler und Peter Kurzawe (v.l.) von der Ermittlungskommission Casa.

Lüdenscheid - Es war ein Pilotprojekt. Vier Monate lang konzentrierte sich die Ermittlungskommission (EK) Casa der Kreispolizeibehörde in der dunklen Jahreszeit ausschließlich auf Wohnungseinbrecher. Acht Kriminalisten bearbeiteten 512 Fälle, davon 127 allein in Lüdenscheid. Das gab das Leitungsteam der EK bekannt. Die Aufklärungsquote sei dabei kreisweit von acht Prozent im Winter 2011/12 auf aktuell 18,6 Prozent angestiegen.

Von Olaf Moos

Die EK Casa (span.: Haus) hat sich nach den Worten ihres Chefs, Kriminaldirektor Ulrich Hemicker, aus Spezialisten aller Kommissariate gebildet, darunter erfahrene Ermittler, aber auch Techniker und Spurenexperten. Nach Erfahrungen der Polizei verdoppelt sich die Quote der Einbrüche zwischen November und Februar nahezu. Den Schwerpunkt haben die Fahnder eindeutig auf Repression gelegt.

Dabei haben die beteiligten Beamten, wie Oberkommissar Michael Pähler berichtet, alle Delikte und alle verdächtigen Wahrnehmungen täglich aufs Neue ausgewertet, Schwerpunkte definiert und Erkenntnisse teilweise mit benachbarten Polizeibehörden ausgetauscht.

Herausgekommen ist eine Reihe von Fahndungserfolgen, die es nach Einschätzung der Polizeiführung ohne Bildung der EK Casa nicht gegeben hätte. Darunter sind Festnahmen sowohl örtlicher und polizeilich längst bekannter Einbrecher als auch überörtlicher Täter, die die Nähe von Wohngebieten zu Autobahnen ausbaldowern und zu jeder Tageszeit zuschlagen. Wie Hemicker sagt, handelt es sich bei den „reisenden“ Einbrechern „überwiegend um Männer aus den Balkanstaaten“.

Eindringlich warnt Ulrich Hemicker davor, sich mehr auf Eigeninitiative als auf die Schlagkraft der Polizei zu verlassen. „Informationsaustausch und Wachsamkeit sind okay, aber martialisches Vorgehen ist ziemlicher Unfug und führt oftmals in die Kriminalität.“ Auch Pähler appelliert, „lieber einmal mehr als einmal zu wenig die 110 anzurufen, wenn verdächtige Personen oder unbekannte oder ungewohnte Fahrzeuge beobachtet werden“.

Die Erfolge der EK Casa sollen im nächsten Monat analysiert werden – auch im Hinblick auf eine Wiederholung im nächsten Winter. Hemicker: „Ich gehe davon aus, dass die Zahlen der Einbruchsdelikte stabil bleiben. Wir sind halt ein reich gedeckter Gabentisch.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare