Atemberaubendes "Duell" mit dem Dance-Captain

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Ein (nicht nur) farbenfrohes Vergnügen wurde der Abend mit den irischen Stepptänzern im Kulturhaus. Sie boten eine rundum gelungene Show.

Lüdenscheid - Eine perfekte Show und Momente authentischer Musik und des Tanzes haben das Gastspiel der Produktion „Spirit of Ireland“ im Kulturhaus ausgezeichnet. Tausendsassa und Dance-Captain Christ McSorley zeichnete sich auch als Pantomime aus und verband den vergeblichen Start eines Rasenmähers mit Klangunterstützung durch steppenden Fußeinsatz. Eine Riesennummer.

Das Herz dieser Show schlug auf einem Podium im Hintergrund der Bühne: Fünf Musiker, die dem bisweilen schwindelerregenden Stepptanz an Geschwindigkeit nicht unterlagen und dabei verwegene, typisch irische Rhythmik nicht außer Acht ließen.

Allen voran ließ sich Killian Shannon solistisch an der Flöte vernehmen und verzauberte sein Publikum mit rasantem, ursprünglichem Spiel. Michael Healy bot am Banjo eine Verquickung aus rasenden Akkordwechsel und begleitender Melodik.

Stephan Heffernan entführte am Piano in verzauberte Welten, und der treffliche Akkordeonspieler Cian Farrelly lieferte sich ein atemberaubendes „Duell“ mit dem Dance-Captain.

McSorley gab steppend den Rhythmus vor, und Farrelly konterte mit dem „Tipper“ auf der Bodhrán im „Top-end-Style“. Tosender Applaus am Ende dieser rasenden wie witzig angelegten Nummer.

Der gelungene Mix macht diese Show zum Reißer. Natürlich ist die Musik ein wenig popularisiert, Soli und freies Spiel jedoch nicht. Die Produktion setzt auf ein durchgängiges Moment von Ursprünglichkeit. Das zeigte sich auch in den Gruppentanz-Szenen, in der Ausgelassenheit beim Spiel der Band.

Sängerin Lisa Murphy verlieh der Show ihre hochlagige Stimme und in Balladen lyrischen Ausdruck wie warmes Timbre. Offensichtlich verordnete man ihr eine allgemeiner Hörgewohnheit entsprechende Stimmführung, die bisweilen mehr an Country als an irische Melodie erinnerte.

Zudem hatte man ihr auch noch die Rolle des „singenden Kleiderständers“ verordnet, und sie durfte sich nach jedem Lied in eine andere Robe zwängen. Zwischen ihren Auftritten gab es irische Musik, die alleine schon den Gang ins Kulturhaus wert wäre – und natürlich irischen Stepptanz.

Angeführt von Chris McSorley und der stets lächelnden Rachel McCartan gab es alle Formen irischen Tanzes und auch Raum für individuell geformte Darbietung. Alles auf höchstem Niveau und in steter Steigerung bis hin zu unglaublicher Geschwindigkeit perfekter Beinarbeit.

Verstärkt wurde das Vergnügen durch farbenfrohe Kostüme und vor allem durch ein ausgeklügeltes wie hoch aufwändige Lichtdesign, das nicht nur in Szene setzte, sondern Temperatur und Stimmung widergab.

 Von Ulf Schwager

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