iPhone: Kleiner Ersatz für die großen „Keulen“

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Charlotte Lutz (l.) und Beatrice Dürand sind in Lüdenscheid mit iPhones im Dienst.

LÜDENSCHEID ▪ „Das ist auf jeden Fall eine Erleichterung“, sagt Charlotte Lutz. Die 58 Jahre alte Politesse spricht vom iPhone, das vor etwa zwei Jahren das große Eingabegerät für Knöllchen abgelöst hat. Charlotte Lutz und ihre Kollegin Beatrice Dürand nennen es einfach nur „Keule“.

Die Keule war ein großes Gerät, in das die Bediensteten der Stadt auf ihren Touren durch Lüdenscheid die ordnungswidrig geparkten Fahrzeuge eingegeben haben. Ein kleiner Drucker war am oberen Ende, mit dem das Knöllchen dann gedruckt wurde. Dazu hatten die Politessen und Stadtstreifen dann noch Handy und Kamera dabei.

Mit dem iPhone gehört dieses Taschen-Triumvirat der Vergangenheit an. Kamera, Handy und Eingabe bzw. Übertragung der aufgenommenen Daten ans Rathaus sind nun in einem Gerät vereint. „Für mich war die Umstellung schon schwer. Ich bin ja schließlich neun Jahre mit der Keule herumgelaufen“, gibt Charlotte Lutz zu. Beatrice Dürand hatte es da leichter: Die 33-Jährige ist mit dem neuen, viel kleineren Gerät in den Beruf hineingewachsen.

Im Regen gern den Dienst versagt

„Das waren einfach recht schwere Klötze“, erklärt Martin Haase vom Ordnungsamt der Stadt Lüdenscheid die Entscheidung, warum man sich von den „Keulen“ verabschiedet hat. Zu dem schweren Gerät kam noch hinzu, dass sie im Regen gerne den Dienst versagten.

Mit der Software „Winowig“ synchronisiert sich das IPhone mit der Datenbank im Rathaus, in der die Daten der Falschparker kurz nach der Eingabe durch die Politessen und Stadtstreifen einlaufen. „Bei uns rufen viele Bürger an, nachdem sie ein Knöllchen bekommen haben, und haben Fragen. Früher mussten wir sie oft vertrösten. Jetzt können wir meistens direkt eine Auskunft geben“, sagt Haase. Die genaue Zahl der iPhones, die im Einsatz sind, weiß er nicht, schätzt sie aber auf „zehn bis 15“. Zu beginn gab es eine kleine Schulung für die Mitarbeiter, das meiste geschieht aber durch „learning by doing“.

2010 etwa 40.000 Verwarnungen

Im Rückblick auf 2010 bleiben etwa 40.000 von den Politessen und Stadtstreifen ausgegebene Verwarnungen, wie Haase sagt. „Das sind rund 500.000 Euro, die die Stadt dadurch eingenommen hat“, erklärt Haase. Im Jahr 2009 waren es noch etwas mehr als 450.000 Euro. „Der Anstieg erklärt sich vor allem dadurch, dass mehr Personal im Einsatz war“, so Martin Haase. ▪ pgö

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