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Inzidenzen steigen wieder stark: So reagiert der MK

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Von: Thomas Machatzke

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Die Inzidenzen steigen wieder im Kreis. Beim Gesundheitsamt im Kreishaus indes herrscht bisher noch Gelassenheit. © extern

Die Inzidenzen steigen wieder im Kreis. Beim Gesundheitsamt im Kreishaus indes herrscht bisher noch Gelassenheit. Ein Gespräch über die aktuelle Lage.

Lüdenscheid – Die Phasen der Corona-Pandemie bleiben unberechenbar. Nach Ende der eigentlichen Infektionszeit gingen die im Winter und Frühjahr noch extrem hohen Inzidenzen zwar peu à peu nach unten, doch ein stringenter Verlauf ist es keineswegs.

Seit gut zwei Wochen steigen die Zahlen wieder, sodass zuletzt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sogar vor einer Sommerwelle warnte. Auch im Märkischen Kreis ist die Inzidenz auch am Dienstag weiter gestiegen – hinter Coesfeld und dem Hochsauerlandkreis belegt der Märkische Kreis inzwischen sogar wieder Rang drei in Nordrhein-Westfalen.

Ob die neuen Omikron-Varianten schuld an den steigenden Zahlen sind oder womöglich das hohe Aufkommen jener Veranstaltungen landauf, landab, die in vielen Phasen der Pandemie als sogenannte Spreader-Events, also Treffen vieler Menschen mit hoher Ansteckungsgefahr, es bleibt im Auge des Betrachters.

Inzidenzen steigen wieder stark: So reagiert der MK

Wie aber reagiert der Kreis darauf, dass der Sommer nun doch nicht ganz so sorglos daherzukommen scheint, wie man es sich eigentlich erhofft hatte. Alexander Bange, Pressesprecher des Märkischen Kreises, gibt stellvertretend für das Gesundheitsamt zu den Fragen von Thomas Machatzke Auskunft.

Der Gesundheitsminister warnt vor einer Sommerwelle. Wie reagiert das Gesundheitsamt, wenn die Zahlen wieder steigen sollten?

Im Märkischen Kreis steigen die Corona-Infektionszahlen leicht an. Das Kreisgesundheitsamt führt den Anstieg auf die neuen Omikron-Varianten zurück, die laut Weltgesundheitsorganisation WHO ansteckender als bisherige Mutationen sind. Deshalb geht das Gesundheitsamt davon aus, dass die Omikron-Varianten wie in der gesamten Bundesrepublik auch im Kreisgebiet vorherrschend werden. Auch wenn die Infektionszahlen aktuell ansteigen – von Höchstwerten der Vergangenheit sind wir im Kreis noch entfernt. Für das Kreisgesundheitsamt ist die Lage aktuell gut zu bewerkstelligen. Auch in den Krankenhäusern sind aktuell keine besonderen Belastungen in Zusammenhang mit Corona festzustellen. Neuinfizierte erhalten vom Gesundheitsamt weiterhin eine SMS und begeben sich dann in Quarantäne. Das zählt zum Tagesgeschäft im Kreisgesundheitsamt.

Gibt es langfristige Planungen, falls es im Herbst wieder anzieht?

Ja. Das Kreisgesundheitsamt befindet sich aktuell in der Personalplanung und geht verschiedene Szenarien für den Herbst durch – angefangen von einem leichten Anstieg der Infektionszahlen bis hin zu einem Worst-Case-Szenario mit neuen und eventuell gefährlicheren Mutationen. Ziel ist es, auf alle Szenarien gut vorbereitet zu sein. Berücksichtigt werden in den Planungen auch die vulnerablen Gruppen sowie die Situation in den Krankenhäusern und auch den Pflegeeinrichtungen.

Wie ist die derzeitige Arbeitsauslastung des Gesundheitsamtes? Ist es im Moment ruhiger?

Der Kreis hat seinen Krisenstab zur Bekämpfung der Corona-Pandemie deaktiviert. Es ist aktuell nicht mehr erforderlich, das Pandemiegeschehen in Krisenstabsstrukturen zu bewältigen. Wir nehmen unsere Aufgaben im Rahmen der Pandemiebewältigung selbstverständlich weiter wahr. Die Arbeit ist mittlerweile in die Regelstrukturen übergegangen und wird in den jeweiligen Fachdiensten fortgeführt.

Inwieweit konnte dadurch der Personaleinsatz zurückgefahren werden?

Im Märkischen Kreis waren sehr viele Bereiche mit Corona befasst. Das Gesundheitsamt wurde in der Spitze auf mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt, um die Arbeit zu bewältigen. Aktuell sind – aber nicht ausschließlich für Corona – noch etwa zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Corona im Tagesgeschäft befasst.

Wie schnell kann der Personaleinsatz im Bedarfsfall wieder hochgefahren werden?

Aufgrund der aktuellen Vorplanungen kann das Personal innerhalb weniger Tage wieder aufgestockt werden. Der Krisenstab kann bei Bedarf jederzeit wieder aktiviert werden.

Alexander Bange, vielen Dank für die Antworten!

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