Investor für Spielhalle fühlt sich veralbert

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Werdohler Straße: Hier darf laut Planungsrecht keine Spielhalle entstehen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Unternehmer Cafer Senkulak ist stinksauer. Er sieht die große Spielhalle im ehemaligen Handelshof, er weiß von den Plänen, nach denen auf dem ehemaligen Rotpfeil-Gelände ein weiterer großflächiger Automatensalon entstehen soll. „Aber meine Bauvoranfragen für eine kleine Spielhalle an der Werdohler Straße wird eiskalt abgebügelt.“

Städtebauliche Grundsätze und Vorgaben aus der Politik machen dem Lüdenscheider einen Strich durch die Rechnung. Cafer Senkulak sieht den Grundsatz der Gleichbehandlung nicht gewährleistet. 1000 Euro, sagt er, habe er bereits an Gebühren für seine Anfragen bezahlt. Nun erwägt er, beim Verwaltungsgericht gegen die Stadt zu klagen.

Doch seine Kritik an unseriösen Spielhallen-Betreibern oder solventen Großanbietern, „die sich Sonderrechte herausnehmen oder mit Spenden oder Parteizugehörigkeit Vorteile verschaffen“, wie er sagt, stößt im Rathaus auf Unverständnis. Wie Lars Bursian vom Planungsamt der Stadt gestern im LN-Gespräch sagte, gehe es um die Frage, wo eine „störende Häufung von Spielhallen negative städtebauliche Effekte“ bewirkten. Auch nach Auffassung der Kommunalpolitiker, die im Planungs- und Umweltausschuss einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss gefasst hatten, gebe es im Stadtteil Kluse mehr als genug Spielhallen.

Stadtplaner Bursian bezeichnete die Kluse als „Nahversorgungsstandort“, an dem die Einrichtung von Blumen- oder Tabakläden problemlos sei. Ob für das griechische Café oder den Friseursalon gegenüber eine Nutzungsänderung beantragt sei – „sobald eine Änderung ansteht, ist eine Nutzungsänderung genehmigungspflichtig“. Wegen der „störenden Häufung“ sei an der Werdohler Straße keine Spielhalle mehr zulässig. Hier habe die Stadt die Planungshoheit.

Das wird Cafer Senkulak nicht befriedigen. „So viele Spielhallenbetreiber haben viel mehr Automaten als ich angemeldet.“ Er wolle einen „seriösen kleinen Laden“ aufziehen und dürfe nicht. „Ich komme mir veralbert vor.“

Olaf Moos

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