MVG baut ihren Betriebshof neu

Der geplante Neubau des Betriebshofes. Die Fertigstellung soll bis Ende 2015 erfolgen.

Lüdenscheid - Es wird eine Riesenbaustelle, die über den Betriebshof der Märkischen Verkehrsgesellschaft praktisch hinwegrollt. Ab September bis Ende 2015 baut die MVG im Dreieck Rahmedestraße, Wehberger Straße und Dammstraße alles neu.

Nach langen Überlegungen im Vorfeld hatte der Aufsichtsrat im März 2013 grünes Licht gegeben für die kreditfinanzierte Investition von 11,5 Millionen Euro. Tausende Quadratmeter maroder Hallenfläche wird im laufenden Betrieb abgebrochen und ersetzt. Unterirdische Wasserläufe werden umgeleitet, eine mehr als Schallschutzwand über die komplette Länge des Betriebshofes soll die Anwohner der Dammstraße vor Lärm schützen.

Nach europaweiter Ausschreibung geht MVG-Geschäftsführer Gerhard Schmier davon aus, Anfang September die Aufträge vergeben zu können. Zwei Wochen später würden die Arbeiten beginnen. Damit steht allen Beschäftigten des Standorts Lüdenscheid eine erhebliche Herausforderung bevor. Denn der Betrieb muss rollen, während mehr als 10 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche neu errichtet werden. Vorhandene Gebäudeteile werden umgenutzt, Arbeiten an den Fahrzeugen ausgelagert oder an Dritte vergeben. Während der verschiedenen Bauabschnitte bleibt kein Stein auf dem anderen.

Infrastruktur 60 Jahre alt

„Es gibt keine Alternative zum Standort“, macht Schmier im Gespräch mit den LN aber den Abwägungsprozess deutlich. Der innerstädtische Betriebshof werde schon deshalb benötigt, um teure Leerkilometer zu vermeiden. Und auch am Neubau sei man nicht mehr vorbeigekommen. Die technische und die Gebäudeinfrastruktur stamme noch aus den 50er- und 60er-Jahren. Seitdem hätten sich die Fahrzeuge von der Größe und der Technik her grundlegend verändert, „zu vergleichen mit einem VW Käfer und einer S-Klasse“, wie Schmier erklärt. Die Technik wanderte nach unten, inzwischen müssten die Busse auf Arbeitshöhe um zwei Meter angehoben werden – was aber nur begrenzt funktioniere, weil dann die Querträger des Hallendachs im Wege seien.

Auch arbeitsmedizinisch seien die Vorgaben heute anders. „Früher haben sich die Monteure krumm gemacht, bis es passte.“ Dies sei ebenso wenig zeitgemäß wie der energetische Stand der Gebäude mit riesigen Wärmeverlusten in allen Bereichen. Einen Teil der Investition will die MVG mittelfristig daher auch über Energieeinsparungen auffangen.

Die Alternative zum Neubau wäre gewesen, die Gebäude energetisch zu modernisieren, doch dann wären immer noch die Arbeitsbedingungen mit den überkommenen Gruben unverändert geblieben.

Neue Halle kommt ohne Heizung aus

Aus diesen Gründen stellt sich die MVG der Herausforderung, im laufenden Betrieb umzubauen und hofft, mit einer präzisen Zeitplanung über den Winter zu kommen und so lange die bestehende Fahrzeughalle nutzen zu können, die dann im dritten Bauabschnitt fallen soll. Draußen stehen lassen könne man die Busse auf keinen Fall. „70 Fahrzeuge, die einmal im Schnee stehen, kriegt man nicht mehr weg.“ Die neue Halle, mehr als 100 Meter lang und neun Busspuren breit, wird gar keine Heizung mehr haben. Allein die Abwärme wird ausreichen, keine Minustemperaturen entstehen zu lassen.

Vom Ablauf her wird im ersten Bauabschnitt der Karosseriebau in den jetzigen Werkstattbereich verlagert, um die erste Halle – von der Rahmedestraße aus gesehen – abzureißen und etwas verlängert neu zu errichten. Hinzu kommt ein Zwischentrakt mit Platz für Fahrbetrieb, die Leitstelle und Schulungsräume. Der zweite und dritte Bauabschnitt läuft parallel, weil die mittlere Halle (jetzt Werkstatt) und die Fahrzeughalle statisch miteinander verbunden sind und sinnvollerweise gleichzeitig abgerissen werden.Neu gebaut wird in der Regel in Stahlbetonskelettbauweise, Außenwände und Dächer werden mit isolierten Metallpanelen hergestellt. Mehr als 63 000 Kubikmeter Raum werden insgesamt umbaut. - flo

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