Intrigen und Erpressung

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Mörderisch ging es bei der szenischen Krimilesung in den Lüdenscheider Museen zu. ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Gerade die Schützen sollten diesen Museumskrimi mit einem lachenden Auge sehen.“ Diesen Ratschlag gab Marion Görnig am Sonntagabend den zahlreich erschienenen Zuschauern der vierten szenischen Krimi-Lesung der Krimiwerkstatt der VHS Volmetal im Foyer der Museen an der Sauerfelder Straße. Das bewährte Ermittlerduo um Hauptkommissar Schuster (Hans Halbfas) und Kommissar Meier (Martina Schnerr-Bille) musste sich in dem Fall „Bruderzwist“ mit drei gar grauslichen Morden auseinandersetzen. Die Geschichte stammt aus der Feder des langjährigen Krimiwerkstatt-Mitgliedes Holger Teckenburg, der die Mordmotive im Schützenmilieu angesiedelt hat.

Das Lokalkolorit stand jedoch mit Ausnahme der Tatsache, dass das erste Opfer mit einer Schützenfahne ins Jenseits befördert wurde, weniger im Vordergrund als die akribische Aufklärungsarbeit, der sich Schuster und Meier als Nachfolger legendärer Kriminalistenpärchen wie Derrick und Harry Klein widmen mussten. Dabei zeigte Chefermittler Schuster erstmals seine – allerdings gut versteckte – amouröse Seite, wobei sein Polizistenkollege bei der Verkuppelung mit der heißen Gerichtsmedizinerin Dr. Berger (Jana Bille) schon sehr offensiv nachhelfen musste.

Wurden die Zuschauer bei den bisherigen drei Museumskrimis stets aufgefordert, sich von ihren Plätzen zu erheben, um die Tatorte zu besichtigen, kamen diesmal zumindest zwei der drei Leichen auf direktem Wege zum Publikum. Hier glänzte Stefan Rodenberg in einer Leichen-Doppelrolle, während das dritte Opfer im „Off“ durch einen Schuss das Zeitliche segnete.

Autor Holger Teckenburg konstruierte derweil ein verzwicktes Geflecht aus Intrigen und gegenseitigen Erpressungen, das die drei Opfer miteinander verband, und präsentierte am Ende folgerichtig auch unterschiedliche Mörder. Neben den Hauptdarstellern waren Claudia Klinke, Jutta Niggemann, Mickey Draudt, Ivonne Lemke sowie Autor Holger Teckenburg in markanten Rollen zu sehen.

Parallel zur ebenso spannenden wie amüsanten Lesung, bei der allerdings einige weiter hinten sitzende Besucher über eine schlechte Akustik und die schwere Verständlichkeit der Dialoge klagten, wurden die Zuhörer wie immer auch in kulinarischer Hinsicht mit einem Buffet in der Pause verwöhnt.

Derzeit diskutieren die Mitglieder der VHS-Krimiwerkstatt bereits über die 5. Auflage des Museumskrimis, die für 2011 geplant ist. Noch für dieses Jahr kündigte Werkstattleiterin Marion Görnig ein Buch an, in dem die dann fünf unterschiedlichen Museumskrimis nachgelesen werden können. ▪ bot

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