„Interreligiöses Forum Lüdenscheid“ gemeinsam gegen Vorurteile

Sorgte für gute Stimmung: die Kindergesangsgruppe der Gemeinde Maria Königin.

LÜDENSCHEID - Die Atmosphäre war andachtsvoll und international zugleich. Dazu kam noch ein starker Glauben. An einen gemeinsamen Schöpfer und gerade auch an die menschliche Fähigkeit, Ungerechtigkeit und Hass am Ende überwinden zu können.

Diese Mischung prägte jetzt die Gründung des „Interreligiösen Forums Lüdenscheid“. Rund 40 Bürger waren bei der Feierstunde im Gemeindezentrum an der Erlöserkirche mit von der Partie.

Wie bereits berichtet, gilt das neue „Forum“ als Schulterschluss zum Abbau von Vorurteilen und zur Versöhnung zwischen den Angehörigen der unterschiedlichen Religionen und Kulturkreise. Ein Ansatz, der in der Bergstadt durchaus Tradition hat.

Dazu eine Rückblende: Als Konsequenz auf die Anschläge vom 11. September 2001 hatte sich in Lüdenscheid bekanntlich der ökumenische Arbeitskreis „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ formiert. Dessen Ziel: Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollten Vorträge, Gespräche, Begegnungen und Feste das gegenseitige Verstehen fördern. Neben Christen beteiligten sich auch etwa jüdische und moslemische Gruppen und Gemeinden an dem vielseitigen Austausch.

Mittlerweile ist die Dekade vorbei. Doch der Dialog soll sich fortsetzen – und sich dabei noch vertiefen. Daher auch das „Interreligiöse Forum“, in dem besagter „Dekade“-Arbeitskreis künftig aufgehen soll.

Bei der offiziellen Gründung des „Forums“ stand jetzt ein umfängliches Programm an. Superintendent Klaus Majoress und Pfarrer Achim Riggert begrüßten das Publikum und erklärten Zweck und Anliegen dieser Bürger-Bewegung. Bürgermeister Dieter Dzewas lobte das Engagement der „Forums“-Initiatoren und verteilte Seitenhiebe gegen neonazistisches Gedankengut. In Anspielung auf die aktuelle Weltlage geißelte er auch „die entfesselte Kraft des Kapitalismus“, „die Spekulation mit Lebensmitteln“ und „die Jagd nach schnellem Profit“.

Eine symbolische Gründungsgeste sowie Gebete und Textvorträge von Christen, Juden und Moslems gehörten ebenfalls zum Gründungsakt. Derweil sorgten Musikbeiträge aus verschiedenen Kulturkreisen für die ästhetisch-kreative Seite der Feierstunde.

Die erste Sitzung des neuen „Interreligiösen Forums“ ist übrigens für den 23. November terminiert. Ort des Geschehens ist dann ab 17 Uhr das Kreiskirchenamt.

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