Interaktives Kinder-Museum

Interaktive Arbeit steht im Mittelpunkt, wenn das Museumsteam Kinder und Jugendliche betreut.

LÜDENSCHEID - „Die Konfrontation mit regionaler Geschichte ist etwas ganz anderes, als einen Button auf einer Homepage zu drücken oder das Bild Ida Gerhardis im Fernsehen zu sehen!“ Gemeinsam mit seinem Team stellt der Leiter der Städtischen Museen, Dr. Eckhard Trox, beeindruckende Zahlen vor.

323 Führungen für Schulen und Kindergärten hat es im Rahmen von Haribo gegeben, 24 Führungen für die gleiche Klientel rund um die Zoogeschichten, 35 in den letzten Jahren durch die Dauerausstellung: „Man meint immer, die Wechselausstellungen werden umfangreich vorbereitet, dann kommt die Vernissage und danach nichts mehr. Aber das ist nicht so!“

Im Mittelpunkt eines bilanzierenden Gesprächs stand eine formale Umbenennung. Der museumspädagogische Raum wird fortan Kinder-Museum heißen. „Hier geht es nämlich nicht um Belehrungsveranstaltungen für Kinder, sondern um die Vermittlung von Wissen. Da wird der Begriff Kinder-Museum den Räumlichkeiten besser gerecht“, so Trox.

Es gäbe eine Unmenge an Veranstaltungen, Ferienprogrammen, Kindergeburtstagen und Sonderführungen rund um die Wechsel- und Dauerausstellung im Museum, ergänzt Ursula Delhougne, die gemeinsam mit Ulrike Tütemann die Schul- und Kindergartenkinder betreut: „Wir wollen hier nicht dozieren, sondern ein interaktives Programm bieten. Die Ergebnisse erarbeiten sich die Kinder selbst. Aber das passiert oft im Verborgenen und außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Dann können die Kinder auch mal laut sein, ohne andere Besucher zu stören.“ Vor allem von Pädagogen werde das Begleitprogramm sehr geschätzt, bedeutet es doch für Grundschulkinder eine anfassbare Begegnung mit der Geschichte der eigenen Stadt.

In den letzten Jahren ist ein Netzwerk entstanden, das zunehmend und auch gern von Lehrern und Schülern genutzt wird. Aus einer Kooperation mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium ergab sich die Aktion „Schüler führen Schüler“, mit Grundschulen und Kindergärten der Bergstadt werden derzeit in Zusammenarbeit mit dem Künstler Peter Sippel und dem Blick auf die Migrationsausstellung Objekte zum Thema „Wir hier“ erarbeitet und später in die Ausstellung integriert. Geplant ist rund um diese Ausstellung auch die Zusammenstellung eines Museumskoffers, der Dokumente wie Vertriebenenausweise oder Aufenthaltsgenehmigungen beinhaltet und als Anschauungsmaterial im Unterricht der weiterführenden Schulen benutzt werden kann.

Altersangepasste Workshops und Führungen sind mittlerweile Alltag in den Museen und der Städtischen Galerie. Neben der Begegnung mit der Vergangenheit oder auch der zeitgenössischen Kunst gibt es auch viele andere Lerneffekte. „Die Kinder fragen durchaus auch schon mal danach, was so ein Bild wert ist. Wir erklären dann Dinge wie Luftfeuchtigkeit, Lichtstärke und Preise. Das sind Momente, in denen die Kinder Respekt vor den Exponaten kriegen“, sagt Ursula Delhougne.

Die Schulklassen kommen aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus. „Viele unserer Ausstellungen sind drittmittelgestützt, da ist eine überregionale Bedeutung erwünscht. Wir sind kein mit den Stadtgrenzen endendes Lokalmuseum“, so Trox. Und weiter: „Wir freuen uns über stetig steigende Zahlen – das füllt den neuen Begriff Kinder-Museum.“ - rudi

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