Intensivtäter: Polizei zeigt null Toleranz

LÜDENSCHEID – Die jüngsten Erfolge der Lüdenscheider Polizei im Kampf gegen die Kriminalität sind – wie berichtet – nun statistisch nachgewiesen. Das Fernziel von Polizeichef Bernd Scholz und seinem Team klingt ehrgeizig. „Wir wollen die Straßen- und Gewaltkriminalität in Lüdenscheid bis Ende 2011 um 30 Prozent reduzieren.“ Im Fokus der Ermittler sind dabei besonders junge Intensivtäter. Die „EG KIt“ (Ermittlungsgruppe Konzept Intensivtäter) – bestehend aus sechs Jugendbeamten – hat inzwischen konkrete Erfolge vorzuweisen.

Derzeit machen nach Angaben des Polizeichefs acht Intensivtäter in der Kreisstadt die Straßen unsicher, zwölf junge Kriminelle gelten außerdem als „gefährdete Jugendliche“, die in die harte kriminelle Szene abzurutschen drohen. Diese Gruppe steht für Delikte, die nach einer Umfrage von Hochschulstudenten viele Bürger ängstigen. Demnach fürchtet sich die Mehrheit vor Jugendlichen, die Passanten in Streitigkeiten zu verwickeln drohen, vor Vandalismus und vor Übergriffen oder Aufenthalt in der Dunkelheit. Wie Jugendbeamter Thorsten Goslar sagte, sei die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen höher als in früheren Jahren.

Obwohl die meisten Bürger die Arbeit der Polizei in ihren Antworten positiv bewerten, erklärte dazu Student Mike Pohl, sehen sie weiteren Handlungsbedarf. Diesen Anspruch erfüllt die „EG KIt“ mit sogenannten Gefährderansprachen. Junge Lüdenscheider, die die Polizei als Intensivtäter deklariert hat, müssen nach Goslars Worten jederzeit damit rechnen, auf der Straße angesprochen, überprüft und durchsucht zu werden – oder unangemeldeten Besuch zu bekommen.

Goslar: „Wir tauchen plötzlich auf, möglichst dann, wenn auch die Eltern daheim sind.“ Die Jugendbeamten nutzen das Überraschungsmoment, dringen in vermeintlich „geschützte Räume“ ein und teilen der Familie mit, dass der Sohn „ins Programm aufgenommen“ sei und er unter verschärfter Beobachtung stehe. Dies sei ein wirksames Element der Kriminalprävention. So hätten die ersten Delinquenten schon wieder aus dem Programm herausgenommen werden können. „Das ist keine Kuschelpädagogik.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare