Intensiv-Probentage für „Jugend musiziert“

Alisa Knobel übt im Kammermusiksaal mit Susanne Boroske am Klavier. -  Foto: Görlitzer

Lüdenscheid - Von wegen Ferien – in der Musikschule der Stadt tönten am Montag Klarinetten- und Klavierklänge aus verschiedenen Räumen. Denn es sind nur noch wenige Wochen bis zum Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“. Klarinettenlehrerin Birgit Franz hat es sich seit Jahren zur Tradition gemacht, ihren Schülern die Chance zu geben, sich während der Weihnachtsferien mit zusätzlichen Probentagen intensiv auf den Wettbewerb vorzubereiten.

Zwei Termine bietet sie an – einen weiteren gibt es am kommenden Montag. Drei Schülerinnen aus verschiedenen Altersklassen nutzten die Chance zu einer sechsstündigen Intensiv-Probe jenseits des normalen Schul- und Musikschulalltags. „Da haben sie den Kopf frei“, sagt Birgit Franz.

Für die 17-jährige Katja Grüger ist es die erste Teilnahme. Die zwölfjährige Jael Detering bereitet sich zum zweiten Mal auf „Jugend musiziert“ vor. Und auch Alisa Knobel (14 Jahre) war schon als Solistin und in Ensembles dabei. Von Nervosität ist – vielleicht noch – keinem der drei Mädchen etwas anzumerken. Mit viel Spaß und Freude üben sie die schwierigen Stücke ein.

Dabei geht es bei weitem nicht nur darum, die Noten exakt vom Blatt spielen zu können „Es geht um die Musik, darum, die Stücke musikalisch zu gestalten“, erklärt Birgit Franz. Für die Solistinnen an der Klarinette bedeutet das, sich auch gemeinsam mit ihrer jeweiligen Klavierbegleitung auf das Vorspiel vor der Jury vorzubereiten.

Die heiße Phase der Wettbewerbsvorbereitung beginnt für die meisten Musikschüler im Herbst, erklärt Birgit Franz. Für die, die mitmachen möchten, sucht die Lehrerin eine Auswahl von geeigneten Stücken aus. Die letzte Entscheidung, was gespielt wird, liegt bei den Schülern. „Es macht keinen Sinn, dass die etwas spielen, das sie nicht mögen“, sagt Brigit Franz. Neben Schule, normalen Musikunterricht und Orchesterproben – fast alle, die an „Jugend musiziert“ teilnehmen, spielen in Orchestern der Musikschule, einige auch im Märkischen Jugendsinfonieorchester – werden die Stücke für den Wettbewerb einstudiert. Katja übt in der Regel täglich etwa 30 Minuten. Das versucht auch Jael, „aber meistens schaffe ich das nicht“, aber fünf Mal, das klappe schon. Alisa übt drei bis viermal in der Woche. Die intensiven Proben in den Weihnachtsferien finden alle drei gut. „Da lenkt uns keiner ab“, sagt Katja. Jede hat einen Unterrichtsraum für sich. Zwischendurch gibt es Gelegenheit, im Kammermusiksaal gemeinsam mit den Pianistinnen zu üben. Birgit Franz wandert von Raum zu Raum, hört zu, gibt Tipps. Die Klavierbegleitung der jungen Klarinettistinnen übernehmen die Musikschullehrerinnen Susanne Boroske und Monika Schulte-Huermann. Auch für die Lehrerinnen seien die Vorbereitungen eine Herausforderung. Sie müssten sich genauso auf ihre Stimmen vorbereiten wie die Musikschülerinnen, betont Birgit Franz.

Weder für die Musikschüler noch für die Lehrer ist die Zusatzarbeit in den Ferien ein Muss. „Jeder Kollege bereitet seine Schüler anders auf den Wettbewerb vor“, sagt Birgit Franz. Sie hat sich für Intensiv-Probentage in den Herbst- und Weihnachtsferien unter anderem deshalb entschieden, weil sie nicht in Lüdenscheid wohnt.

Der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ findet an verschiedenen Terminen ab Ende Januar statt. Sogenannte Probebühnen, bei denen die Teilnehmer der Lüdenscheider Musikschule ihr Programm vor Publikum präsentieren können, gibt es am 9., 16., 20., 23. und 30. Januar jeweils ab 18.30 Uhr im Kammermusiksaal der Musikschule. - Von Bettina Görlitzer

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