Integrative Kulturwerkstatt zeigt „Prêt-à-Paula“

Gelungene Premiere am Abend in der Alten Schule

LÜDENSCHEID - Das Ensemble der Integrativen Kulturwerkstatt wurde am Abend förmlich überrannt. Weit mehr Gäste, als der kleine Theatersaal in der Alten Schule fassen konnte, wollten die Premiere des Stücks „Prêt-à-Paula – eine Alltagsklamotte“ sehen. Zu Recht, denn geboten wurde handwerklich gut gemachtes Theater.

Fast drei Jahre läge die letzte Inszenierung „Hans und Greta“ zurück, ließ Regisseur Thomas Wewers die Premieregäste wissen. Während des Entstehungsprozesses von „Prêt-à-Paula“ habe es viele Impulse und Ideen gegeben: „Ich habe dann meine Stricknadeln rausgeholt und daraus einen roten Faden gestrickt!“ Dass Wewers nicht gern viele Worte macht, ist bekannt. Insofern gab er postwendend die Bühne frei für die Inszenierung, die auch gut und gerne „Leb Deine Träume“ hätte heißen können. Denn das visionäre Lied, mit dem Luxuslärm vor zwei Jahren auszog, um die Charts zu erobern, zog sich wie Wewers gestrickter roter Faden durch das Stück. Paula (Michaela Dötsch) betreibt einen kleinen Nähladen, in dem sich die Anwohner der Römerstraße treffen. Ein zusammengewürfelter Haufen, aber ein jeder mit eigenen Träumen. Sie lieben Paula und sind schockiert von der Nachricht, dass das Haus, in dem das Nähstübchen untergebracht ist, wegen Schwammbefalls abgerissen werden soll. Die Sanierung ist teuer, Geld gibt's nicht, und so gehen die Nachbarn das Wagnis ein, eine Modenschau zugunsten von Paula zu veranstalten. Paula selbst, hin und hergerissen zwischen Zweifel und Mut, lebt ihren Traum und gewinnt am Ende.

Gut anderthalb Stunden spielten Anne Beinlich, André Müller, Andreas Götte, Bea Dellermann, Horst Schröder, Kirstin Stephan, Marnie Cathelin, Michaela Dötsch, Tanja Menz und die mit viel Applaus bedachte Petra Kara, während Alexander Kaiser für Licht und den guten Ton sorgte. Das Stück selbst war szenisch angelegt, viele komödiantische Elemente sorgten für Lacher im Publikum, aber auch die leisen und schmerzlichen Momente wusste das Ensemble umzusetzen. Slow Motion und eingefrorene Bewegungsabläufe taten ihr Übriges, um die Intention des Stückes zu verdeutlichen. Und so lebte am Ende nicht nur Paula ihre Träume, sondern das gesamte integrative Ensemble – auf der Bühne und ein Stückweit auch im Leben. Weitere Aufführungen von „Prêt-à Paula“ sind heute sowie am 11. und 12. Mai jeweils ab 19.30 und am 13. Mai ab 15.30 Uhr. Reservierungen sind unter Tel. 0 23 51/66 11 52 möglich. Die Eintrittspreise betragen im Vorverkauf sieben und an der Abendkasse elf Euro. Es gibt noch Karten. - rudi

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