Im Integrationsrat: „Wir brauchen Ihre Kontakte“

LÜDENSCHEID ▪ Zum letzten Mal nach alter Fasson nickte der Integrationsrat gestern einstimmig die Zuschussvergabe an ausländische Kulturvereine ab (775 Euro für die griechische Tanzgruppe aus Thrakien, 1280 Euro für die Alevitische Gemeinde). Künftig wird der Förder-Fokus auf dem integrativen Wert von Veranstaltungen liegen, nicht auf vereinsinternem Nutzen.

Bei den beiden anderen Themen lag der Schwerpunkt klar auf Information. Zum einen stellte Meinolf Remmert, der Awo-Koordinator für Hagen und den Kreis, eine Aktion vor, mit der man mehr männliche Jugendliche für die Ausbildung zum Erzieher in Kindertagesstätten gewinnen will. „Nur drei Prozent aller Erzieherinnen sind männlich!“, betonte der Referent und brachte das Problem nicht nur sprachlich auf den Punkt: Der Beruf werde zu schnell in die weibliche Ecke gedrängt, aber männliche Erzieher hätten eine wichtige Funktion, warb er für Offenheit auch unter Migranten: „Wir brauchen Ihre Kontakte.“ Viel hat sich die Awo überlegt, um als Teil eines Drei-Jahres-Programmes des Bundesfamilienministeriums Jungs den Erzieherberuf nahezubringen. Doch eine Kritik von gleich mehreren Seiten konnte Remmert nicht entkräften. „Das Problem ist ein Bezahlungsproblem“, kritisierte etwa Hermann Morisse (Bündnis 90/Grüne). Und: „Das Geld für eine solche Kampagne hätte das Familienministerium besser in die Bezahlung gesteckt.“

Viel Grundlagenarbeit erfordert auch noch das „Bildungs- und Teilhabepaket“, das Andrea Schönfeld vom Jobcenter in allen bis ins Detail geregelten Einzelheiten vorstellte. Nur langsam dringe man zu den Anspruchberechtigten durch, sagte sie, aber immerhin: Das Jobcenter haben nun rund 1800 Anträge von 10 000 Berechtigten vorliegen. Und während erste Fristen ablaufen, Zuständigkeiten ungeklärt und Gesetze nicht verabschiedet sind, soll es, so kündigte sie auf Nachfrage der Vorsitzenden Evangelia Kasdanastassi an, irgendwann auch Vordrucke in anderen Sprachen geben.

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