Integrationsrat: Neue Zuschussregeln ein Erfolg

LÜDENSCHEID ▪ Sprachförderung, interkulturelles Lernen, dazu Erfahrungen dreier Kindergärten mit eigenen oder Bundesfördermaßnahmen, außerdem die Projekte des Regionalen Bildungswerkes Märkischer Kreis von „Job-Navi MK“ über „Schriftsprachkompetenz im Grundschulbereich“ bis „Schul-Absentismus“ – viel Theorie, aber eben auch ermutigende Beispiele aus der Praxis hörten die Mitglieder des Integrationsrates bei der Sitzung am Donnerstag.

Am greifbarsten war schließlich die positive Erfahrung, die der Integrationsrat mit der Neuordnung der Zuschussvergabe gemacht hat. So werden nur noch Gemeinschaftsprojekte gefördert, die zum zentralen Thema des Jahres – 2012 ist das „Bildung und Erziehung“ – passen. So gab’s 470 Euro für den Tanzverein Thrakien, der mit Kindern des Familienzentrums St. Joseph griechische Tänze einstudieren wollte. Darüber hinaus kam griechische Kultur in Form von Märchen, Kinderliedern und -büchern in den Kindergarten. Ziel: eine längere Zusammenarbeit aufzubauen. „Das war ein gutes Beispiel für Integration. Man kann die ersten Früchte sehen“, sagte gestern Evangelia Kasdanastassi, Vorsitzende des Integrationsrates, die sich Donnerstag wegen einer Erkrankung von Ahmet Demir vertreten lassen musste. Und: „Sie haben das gemeinsam gemacht. Das ist etwas, was wir alle brauchen.“

Gemeinsam wolle man weiter vorangehen, so Kasdanastassi weiter. Der Integrationsrat wolle politisch aktiver werden und Empfehlungen an Jugendhilfe- oder Schulausschuss geben. Durch Seminare und Aktionstage wolle man Ressourcen bündeln. Unter anderem bietet der Integrationsrat mit Hilfe von Semra Middelhoff auch mehrsprachige Vorlesetouren durch Kindergärten an.

Für die Mitglieder des Integrationsrates, das zeigten Zwischenfragen, war es wichtig, hinter den üblichen Schlagworten Konkretes zu erkennen. Und sie wollen eine Veränderung der Sichtweise auf die Dinge. Wenn ein Kind Türkisch spreche, gelte das immer noch als Nachteil, hat der sachkundige Bürger Tan Göbenli festgestellt. Aber: „Wenn das Kind Englisch spricht, heißt es: „Toll, es ist bilingual.“

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