Installateur- und Heizungsbauer-Innung feiert

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Andreas Dornbracht wurde als Vordenker gewürdigt.

Lüdenscheid - 100 Jahre Installateur- und Heizungsbauer-Innung Lüdenscheid: Das bedeutet 100 Jahre bewegte Geschichte dieses Handwerks, an die im Rahmen einer Festveranstaltung mit geladenen Gästen erinnert wurde. Geprägt war dieses besondere Jubiläum von Festreden, Grußworten, Musik sowie einem Büfett.

Der Lüdenscheider Obermeister Christoph Schulte wurde im Rahmen der Veranstaltung vom Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft MK, Dirk Jedan, sowie dem Kreishandwerksmeister Christian Will für sein starkes Engagement mit vielen Ehrenamtsstunden mit einer Urkunde geehrt. Schulte begrüßte die knapp 100 regionalen und überregionalen Gäste aus Industrie und Handel, von den Stadtwerken, der Enervie-Gruppe und der Kreishandwerkerschaft. Dazu übermittelten der Präsident der südwestfälischen Handwerkskammer, Willy Hesse, Landesinnungsmeister des Fachverbands Sanitär, Heizung, Klima NRW, Hans-Joachim Hering, sowie Landrat Thomas Gemke Glückwünsche.

Schulte ließ vor den Anwesenden die bewegte Innungsgeschichte Revue passieren: Am 27. März 1914 wurde die Innung gegründet, Klempnermeister Otto Friedrich Schulte hieß der erste Obermeister. Prägend waren zwei Weltkriege. „Mehr als die Hälfte der Innungsmitglieder musste in Folge der Kriegswirren ihren Betrieb einstellen“, erinnerte Schulte. Probleme folgten mit Inflation und fehlendem Nachwuchs. Heute seien Betriebe konfrontiert mit Themen wie Energiewende, Systemzertifizierungen, Internethandel plus Wettbewerb branchenfremder Unternehmer, europäische Normung und Energieeffizienz. „Ohne Innungsunterstützung haben Einzelkämpfer immer weniger Chancen, am Markt zu bestehen“, fasste Schulte zusammen. Dazu seien Mittelstand und Handwerk die stabilisierenden Faktoren der Volkswirtschaft, wertete Hering. Heute gebe es etwa 1000 Handwerksbetriebe im Kreis, so Gemke, die Wertschätzung für das Handwerk steige bei älteren Menschen. Bei den Jüngeren sei das Image schlechter, die mit diesem Handwerk dreckige Hände verbinden. Doch: „Der Meisterbrief ist Aushängeschild und Qualitätszeichen“, so Hesse, die Aufgaben würden immer anspruchsvoller und komplexer.

Wie sieht die Zukunft aus? Dazu gab es einen inspirierenden und richtungsweisenden Vortrag des Iserlohner Unternehmers Andreas Dornbracht, der die Entwicklung der Badkultur von der Antike bis heute mit vielen Bildern aufzeigte und dabei auf Trends der Zukunft einging. Während in den 50er Jahren erstmals Bäder in Räumen installiert wurden, schmucklos und rein funktional, geriet später das Design in den Fokus: „Die Bäder wurden schön“. Heute stehe das Bad wiederum vor einem Wandel, so die Einschätzung des Fachmanns: In der Zukunft gefragt seien gesundheitsfördernde Erholungsorte mit integrierten Wassertherapien zur Krankheitsprävention, flexible Bäder, die mehreren Generationen gerecht würden, digitale Möglichkeiten der Zeitsteuerung böten und damit höchsten Ansprüchen an eine häusliche Oase genügten. Lob und ein Präsent gab es von Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dirk Jedan für den Referenten: „Sie sind ein Visionär und Vordenker. Ich bin sicher, wir alle werden in der Zukunft von diesen Ausführungen profitieren“.

Es folgte der gesellige Teil der Feier mit Büfett und Livemusik der regionalen Band „Let´s dance“.

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