Installateur: Gas-Heizungen bedürfen steter Wartung

Schornsteinfeger Peter Urban (links) und Installateur Marc Müller warnen vor eigenmächtigen Heizungsreparaturen.

LÜDENSCHEID ▪ „Abgase müssen ungehindert abziehen können“, betonen Peter Urban und Marc Müller. Der Schornsteinfeger und der Installateursmeister haben den Betrieb von Gasheizungen im Blick, speziell den jüngsten Gas-Unfall an der Glatzer Straße.

Da sich Meldungen über explodierende Häuser häuften, hätten immer mehr Menschen Angst vor Gasheizungen im eigenen Heim. „Das ist aber unnötig, wenn die Anlage ordnungsgemäß installiert ist und regelmäßig gewartet wird“, meint Urban.

Unregelmäßigkeiten im Betrieb

„Die Zufuhr des Erdgases, das in der Therme in Wärme umgesetzt wird, ist selten ein Problem“, beschreibt Heizungsfachmann Müller. Es gebe mindestens drei Absicherungen. Meist zwei so genannte Gasströmungswächter, in der Straße und im Hauseingang bei der Gasuhr. Sie seien bei Unregelmäßigkeiten im Betrieb in der Lage, die Gaszufuhr abzustellen. Außerdem befinde sich am Gasgerät selbst, also zum Beispiel an einer Therme, eine Absperr- einrichtung, welche im Falle eines Brandes eingreife. Erdgas, oft Methan, werde nur in geschlossenen Räumen zur Gefahr, „wenn sich ein zündfähiges Gemisch mit Sauerstoff bildet“, so Müller. Deshalb dürften die Lüftungsschlitze in der Tür zu dem Raum, in dem die Therme hängt – oft Küche oder Bad – nicht abgedeckt werden. „Darauf weise ich bei der Wartung immer wieder hin. Allzu oft werden die Schlitze abgeklebt, damit es nicht zieht“, berichtet Schornsteinfeger Urban aus seinem Berufsalltag.

Unsachgemäße Reparaturen

Außerdem sollten keine schweren Gegenstände, etwa Fahrräder, an Leitungen aufgehängt werden, da diese sonst abreißen könnten. „Mehr als 99 Prozent aller Fälle, in denen ein Haus in die Luft fliegt, sind auf folgende Manipulationen zurückzuführen: Suizidversuche, Versicherungsbetrug, versuchter Diebstahl von Gas und unsachgemäße, eigenmächtige Reparaturen durch Verbraucher.“ Gebe es diese nicht, aber jährliche Wartungen, die auch Verstopfungen beseitigten, sei Wärme per Gasheizung sicher- und kostengünstig.

Giftiges Kohlenstoffmonoxid spiele bei Gas-Heizungen nur in einem Fall eine Rolle: „Ein kritischer CO-Fall tritt erst ein, wenn das Erdgas aufgrund einer Betriebsstörung oder von Wartungsmängeln unvollständig verbrannt wird. Dann entsteht Kohlenmonoxid, das schon in geringer Konzentration gefährlich ist“, schildert Marc Müller. ▪ pia

Weitere Infos gibt es auch bei den Betrieben der Gasgemeinschaft Lüdenscheid: http://www.gasgemeinschaft-luedenscheid.de

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