Mehr als 300 Mitarbeiter

Insolvenz! Welt-Konzern hat drei Werke im MK - Es gibt Investoren

Das Werk in Lüdenscheid gehört ebenfalls zum Technologie-Konzern Nanogate
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Das Werk in Lüdenscheid gehört ebenfalls zum Technologie-Konzern Nanogate.

Das Technologieunternehmen Nanogate, derzeit in der Insolvenz in Eigenverwaltung, hat mehrere Investoren an der Angel. Mehr als 300 Mitarbeiter im Märkischen Kreis schauen gespannt, wie das Investorenrennen ausgeht.

Lüdenscheid/Kierspe - Unmittelbar vor der Gläubigerversammlung am 4. November hat sich die insolvente und börsennotierte Nanogate SE mit einer Ad-hoc-Meldung zu Wort gemeldet. Demnach gibt es mehrere Unternehmen, die in den Konzern einsteigen wollen. Mit einer Rettung und einem Erhalt der Arbeitsplätze ist das aber nicht unbedingt verbunden.

Nanogate hat drei Standorte im Märkischen Kreis - zwei in Kierspe und einen in Lüdenscheid. Die Tochterunternehmen Nanogate Kierspe GmbH und Nanogate NRW GmbH befinden sich ebenfalls in der Insolvenz, die das Unternehmen in Eigenverwaltung durchführt. 310 Mitarbeiter sind nach den letzten Zahlen im Märkischen Kreis beschäftigt. Der Betrieb läuft trotz Corona weiter.

Insolvenz! Welt-Konzern hat drei Werke im MK - Es gibt Investoren

Wie Nanogate SE am Freitag mitteilte, führt der Konzern derzeit parallel zum laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ein strukturiertes, kompetitives Verfahren zur Gewinnung eines Investors durch, der sich an der angestrebten Sanierung des Konzerns beteiligt. Die Gesellschaft hat von Investoren indikative Interessensbekundungen zur Fortführung eines wesentlichen Teils des Geschäftsbetriebes der Unternehmensgruppe durch die Übernahme des Unternehmens bzw. wesentlicher Tochtergesellschaften und weiterer Vermögenswerte erhalten. Die Angebote sind noch unverbindlich.

Bei den Interessenten im Investorenwettbewerb handelt es sich um in- und ausländische strategische Investoren und Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Interessensbekundungen sehen einen Erhalt des Kerngeschäfts der Gruppe vor und lassen sich nach Unternehmensangaben grundsätzlich in zwei Kategorien unterscheiden:

  • Vollständige Übernahme und Weiterführung des Konzerns: Ein Teil der Interessenten zieht in Erwägung, sich im Rahmen einer Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung signifikant an der Nanogate SE zu beteiligen oder diese vollständig zu übernehmen. Der Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung würde dabei zur Finanzierung des künftigen Geschäfts der Gruppe sowie zur (quotalen) Befriedigung der Ansprüche von Gläubigern verwendet, das heißt auch der Insolvenzmasse zugutekommen. Mit diesem Modell würde zugleich die bisherige Beteiligung der (Alt-)Aktionäre massiv verwässert bzw. (bei einer vorangehenden Kapitalherabsetzung auf null) beendet.
  • Herauslösung der Vermögenswerte (zum Beispiel Patente) und Überführung in neue Gesellschaft: Andere Interessenten streben hingegen einen Erwerb wesentlicher Beteiligungen und Vermögenswerte von der Nanogate SE und eine entsprechende Herauslösung aus der Nanogate-Gruppe an. Das Kerngeschäft würde hiernach in einer neuen Gesellschaft weitergeführt, die im alleinigen Eigentum des möglichen Investors stünde. Als Gegenleistung würde der Investor einen bestimmten Kaufpreis an die Nanogate SE zahlen, der insbesondere dazu verwendet würde, die Insolvenzquote zu bedienen. Die bei der Nanogate SE noch verbleibenden Beteiligungen und Vermögensgegenstände würden ebenfalls veräußert. Aus den Erlösen dieser Maßnahmen würde vorrangig eine Befriedigung der Gläubiger des Unternehmens erfolgen. Die Nanogate SE würde hiernach letztlich als Gesellschaft ohne operatives Geschäft zurückbleiben.

Nanogate werde die unverbindlichen Interessensbekundungen nun eingehend prüfen, auswerten und verhandeln, hieß es in der Mitteilung. Nanogate SE ist ein weltweit führendes Technologieunternehmen für designorientierte, multifunktionale Komponenten und Oberflächen. An der Börse kam die Nachricht vom Investorenwettbewerb zunächst gut an - der Kurs stieg am MIttag zwischenzeitlich um bis zu 40 Prozent an, am Nachmittag ließ die Nachfrage aber schon wieder nach.

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