Diskussion mit Vertretern von Vereinen und Verbänden

Klare Kante gegen Kindesmissbrauch und Clankriminalität: Innenminister in Lüdenscheid

NRW-Innenminister Herbert Reul war zu Gast in Lüdenscheid.
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NRW-Innenminister Herbert Reul war zu Gast in Lüdenscheid.

Ein Themenkomplex, der derzeit viele Menschen beschäftigt, wenn es um Innere Sicherheit und die Arbeit der Polizei geht, ist der sexuelle Missbrauch von Kindern. Am Donnerstag nahm dieses Thema einen großen Raum in einem Gespräch mit NRW-Innenminister Herbert Reul ein, zu dem die Lüdenscheider CDU Vertreter von Vereinen, Verbänden und Institutionen in das Restaurant Heerwiese eingeladen hatte.

Lüdenscheid – Anwesend waren unter anderem Vertreter der Gewerkschaft der Polizei und der Soko Respekt sowie Experten aus der Kinder- und Jugendarbeit. Im Gespräch wurden Themen aufgegriffen, die Reul in seinem einleitenden Vortrag angesprochen hatte.

Die Lüdenscheider waren mit dem Minister einig: In Fällen von sexuellem Missbrauch sind der Schutz der Opfer, die Prävention und auch die Unterstützung der Ermittler die wichtigsten Anliegen. Die Ermittler seien erheblichen Belastungen ausgesetzt. 

Gabi Polle, Leiterin des SOS-Kinderdorfes Sauerland, fragte: „Gibt es jetzt so viele gravierende Fälle, weil es mehr Täter gibt? Oder wird einfach mehr ermittelt?“ Der Minister antwortete: „Auch ich selber habe das Problem nicht richtig ernstgenommen.“ Alle müssten mehr hinsehen. Marion Battista, Kinderschutzbeauftragte bei der Awo, betonte, wie wichtig es sei, dass Opfer ernstgenommen werden und Raum bekommen, ihre Geschichten zu erzählen.

NRW-Innenminister Herbert Reul in Lüdenscheid: Mehr Unterstützung für die Polizei gefordert

Unterstützung und Wertschätzung der Arbeit der Polizei war ein weiterer Aspekt, der an diesem Nachmittag angesprochen wurde. Reul forderte nachdrücklich dazu auf, alle Fälle, in denen Polizisten und andere Einsatzkräfte angegriffen oder beleidigt werden, zur Anzeige zu bringen. „Hauptsache, es wird bekannt, dass es das Problem gibt.“ So könne der Druck erhöht werden. 

Der Innenminister forderte aber auch, Dinge, die bei den Institutionen falsch laufen – wie zum Beispiel im Missbrauchsfall von Lügde – zu benennen: „Rückendeckung bedeutet Fehlerkultur.“ Transparenz sei grundsätzlich wichtig.

CDU-Mitglieder und Gäste von Vereinen, Verbänden und Institutionen in Lüdenscheid waren der Einladung zum Gespräch mit dem NRW-Innenminister Herbert Reul gefolgt.


NRW-Innenminister Herbert Reul: "Mehr Verantwortung übernehmen"

Reul verband seine Ausführungen mit einem Appell, dass Bürger auch für sich selbst Verantwortung übernehmen müssten. Die Corona-Krise habe gezeigt, wie viel erreicht werden könne, wenn sich möglichst viele an ein gewisses Maß von Regeln halten. Das gelte für alle gesellschaftlichen Bereiche.

Außerdem wurde die Frage aufgeworfen, wie zunehmende Clan-Kriminalität eingedämmt werden könne. „Das wird nur funktionieren, wenn wir dran bleiben“, sagte Reul. Sowohl Ermittlungen als auch das Bemühen, Jugendliche zum frühzeitigen Ausstieg aus diesem Milieu zu bewegen, bräuchten Zeit.

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