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„Voll verstrahlt“: Gesamtschüler zeigen Klima-Video

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Von: Monika Salzmann

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Ingo wendt Wunderkammer Lüdenscheid
Mithilfe eines Overheadprojektors konnte Lichtkünstler Ingo Wendt das Zellgewebe von Seifenblasen großflächig auf eine Projektionsfläche werfen. © Jakob Salzmann

In lockerer Atmosphäre weckte das Wunderkammer-Team Tom Groll und Uli Tütemann am Samstag in den Museen Neugier auf Lichtkunst und lichttechnische Phänomene. Zu Gast bei dem lichttechnischen Abend war Lichtkünstler Ingo Wendt, dessen raumgreifender „Chronotop“ – während der Lichtrouten 2018 im Turmzimmer von St. Joseph und Medardus zu sehen – Lichtroutengängern noch lebhaft in Erinnerung sein dürfte.

Lüdenscheid – Diesmal brachte er seinen „Seifenblasenprojektor“ – eine analoge, an einen Overhead gekoppelte Maschine – mit. „Eine kleine Diva“, wie er schmunzelnd eingestand. Mit dem Projektionsapparat, der aus einem Overheadprojektor, einem Seifenwasser-Reservoire, einer Aquarium-Pumpe und zwei Glasscheiben bestand, konnte er das Zellenbild von Seifenblasen großflächig auf die Wand projizieren.<

Faszinierend waren sowohl die immerwährende Dynamik des Geschehens als auch die Klarheit des Bildes und das Sichtbarwerden der Interferenzfarben, die umso deutlicher hervortraten, je näher man der Projektionsfläche kam. „Wie ein Maschinist“ überwachte der Pfälzer Lichtkünstler die Funktion der empfindlichen, bewusst als Gegenpol zum Digitalen konzipierten Maschine.

Ingo Wendt Wunderkammer Lüdenscheid
Der Projektkursus „Voll verstrahlt“ der Adolf-Reichwein-Gesamtschule trug mit einem Klima-Film zum Gelingen des lichttechnischen Wunderkammer-Abends bei. © Jakob Salzmann

Neben Ingo Wendt, der künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Media Art und Design an der Hochschule für Bildende Künste in Saarbrücken ist, trug der Projektkursus „Voll verstrahlt“ der Adolf-Reichwein-Gesamtschule mit einem aufrüttelnden Klima-Video zum Gelingen des lichttechnischen Abends bei. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Josef Schmitz waren die 18 Oberstufenschüler, die sich an dem außerschulischen Projekt beteiligen, vor Ort. Um Fördergelder für das Projekt aus dem Bundesprogramm „Kultur macht stark“ zu akquirieren, traten die Kunstfreunde dabei erstmals als Antragsteller auf. Seit Anfang des Schuljahres läuft der Kursus. „Das verbindende Thema ist die Lichtkunst“, erläuterte Josef Schmitz. Der Film zum Thema Klima und Einfluss des Menschen auf die Natur, der in den Museen und im Stern-Center zu sehen ist, ist ein erstes Ergebnis der künstlerischen Betätigung.

Neben dem Workshop mit Ingo Wendt sind eine Exkursion zum Lichtkunst-Zentrum Unna und zum Ende des Schuljahres eine Ausstellung der von den Jugendlichen gestalteten Lichtkunst in den Museen vorgesehen. Ergänzt wurde der Film durch zwei Filme des Gasometers Oberhausen, die auf die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ Bezug nahmen. Wer wollte, konnte obendrein im Wunderkammer-Raum die Installation des Lichtkünstlers Robert Sochacki bestaunen. Abschied nehmen hieß es indessen vom Wunderkammer-Projekt „Reset the Forest“ des Künstlerkollektivs Katharina Berndt, Tom Groll und Kuno Seltmann, das bis dato den Klimawandel und das Waldsterben künstlerisch vor Augen geführt hatte.

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