Infrarot-Thermografie für den Klimaschutz

LÜDENSCHEID ▪ Thermografie-Experten machen sichtbar, wo ein Haus schwächelt. Wo es an Dämmung fehlt, wo ein Fenster Wärme rauslässt, wo Geld quasi durch den Schornstein verschwindet und Energiekosten gespart werden können. Die städtische Klimaschutz-Beauftragte Sonja Eisenmann und die Verbraucherzentrale sorgen dafür, dass die Fotos für Hausbesitzer erschwinglich werden.

Die Thermografie-Aktion ist angelaufen. Zahlreiche Eigentümer haben sich schon auf die Liste der 100 Interessenten eintragen lassen, die thermografische Bilder ihres Hauses sowie eine Energie- und Sanierungsberatung zum Sonderpreis von jeweils 84,50 Euro erhalten sollen. Mark Wortmann und Stefan Hartmann, modern ausgerüstete Spezialisten der Firma Bauking, streifen seit Anfang Dezember mit ihrer knapp 10 000 Euro teuren Infrarot-Kamera durch die Stadt.

Was sie thermografieren, welche Farben welche Bedeutung haben und welche energetischen Schwachstellen wie beseitigt werden können, das erklären – „aus Gründen der Neutralität“, wie Wortmann sagt – die Berater der Verbraucherzentrale den Kunden. Damit kein Verdacht entsteht, dass öffentliche Stellen eine Privatfirma sponsern oder der Bauking-„Baucoach“ mit Hilfe der Stadt lukrative Aufträge an Land zieht.

Um aussagekräftige Infrarot-Aufnahmen zu bekommen, müssen die Bedingungen stimmen. Das macht den Job der Spezialisten ungemütlich. Wortmann und Hartmann sind vorzugsweise nachts unterwegs, am besten bei Temperaturen von unter fünf Grad. „Es sollte nicht schneien und nicht regnen, und am besten ist eine dicke Wolkendecke.“ Und: Der Unterschied zwischen der Außentemperatur und der Wärme innerhalb eines Gebäudes sollte mindestens 15 Grad betragen.

Die städtische Klimaschutz-Beauftragte Sonja Eisenmann zeigt sich überrascht von der positiven Resonanz auf die Initiative. In einem ersten Schub können 100 Auftraggeber vergünstigte Thermografien und Beratungen bekommen. „Bei 100 soll aber noch nicht Schluss sein.“ Sie bemühe sich um weiteres Geld, um das Angebot für möglichst viele Hauseigentümer bezahlbar zu machen.

Aber auch, wer nicht in den Genuss der Ermäßigung kommt, kann profitieren. Teilnehmer der Aktion sollen mit einer Minderung der CO2-Abgabe im Wert von 4,6 Tonnen jährlich rechnen können, sagt Eisenmann.

omo

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