Info-Veranstaltung: Zunächst etwa 150 Flüchtlinge zur Kaiserallee

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Etwa 250 Anwohner waren der Einladung zur Info-Veranstaltung in die Kreuzkirche gefolgt.

Lüdenscheid - „Lassen Sie uns den Menschen mit offenen Herzen begegnen und versuchen, sie gesund zu lieben und zu integrieren.“ Diesen ganz persönlichen Appell, der viel Applaus erntete, richtete am Dienstagabend Pfarrer Eckart Link an die etwa 250 Interessierten in der Kreuzkirche.

Sie waren der Einladung der Stadt zur Info-Veranstaltung gefolgt, um mehr über die Einrichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule zu erfahren.

Dass die Bezirksregierung Arnsberg dort eine solche Einrichtung für bis zu 400 Flüchtlinge vorsieht, davon hatte auch die Stadtverwaltung erst am Montag erfahren. Und so war es vor allem Sivri Caglar, Regionalbeauftragter des Vereins „Zukunftsorientierte Förderung“ (ZOF) und verantwortlich für die Betreuung der Flüchtlinge, die wichtigsten Fragen zu beantworten. 

Sein Team rechne zunächst mit 150 Flüchtlingen, vor allem aus Syrien und Afghanistan, die für jeweils zwei bis vier Wochen an der Kaiserallee untergebracht werden sollen. Denn, so hatte es Bürgermeister Dieter Dzewas zuvor erklärt, die ehemalige Schule sei eine erste Station zur Registrierung der Menschen sowie zur Einleitung des Asylverfahrens, jedoch keine dauerhafte Unterbringungseinrichtung. „Hier geht es darum, Obdachlosigkeit zu vermeiden.“

Und er verwies noch einmal darauf, dass es nicht allein die große Zahl an Schutz suchenden Menschen sei, die die Kommunen vor große Herausforderungen stelle, sondern vor allem die Geschwindigkeit und Unkalkulierbarkeit. „Es gibt derzeit einfach keine verlässlichen Planungsgrundlagen.“

Eine bestmögliche Betreuung der Flüchtlinge nach einer oft wochenlangen Tortur durch Europa hat sich „ZOF“ auf die Fahnen geschrieben. „Wir möchten den Menschen die Chance geben, anzukommen und sich zu erholen, jedoch gleichzeitig zu integrieren“, erklärte Caglar der Versammlung. Sein Team werde eine Kita einrichten, ebenso Deutsch-Unterricht anbieten und für die Verpflegung der Flüchtlinge verantwortlich zeichnen. Drei Sozialarbeiter würden rund um die Uhr vor Ort sein, ebenso Sicherheitspersonal. „Und trotzdem wären wir begeistert, wenn wir weitere Hilfsangebote bekommen könnten“, lud Caglar alle Anwesenden ein, sich zu engagieren.

Und auch Pfarrer Link betonte am Abend, dass die Gemeinde helfen möchte. „Uns ist klar: Jetzt sind wir dran“, bat er um eine Möglichkeit der Koordinierung für die zu erwartende Welle der Hilfsbereitschaft. „Ich bin sehr froh, dass wir hier so offen sprechen und uns nun auf die Ungewissheit einlassen können“, erklärte am Ende ein Bürger, der sich wünschte, in regelmäßigen Abständen informiert zu werden – nicht zuletzt um möglichem „Gerede“ vorzubeugen.

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