Info-Veranstaltung zu Flüchtlingsunterkunft am Wefelshohl

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Viele Bürger hatten Diskussionsbedarf zur Flüchtlingsunterkunft an der Wefelshohler Straße.

Lüdenscheid - Der Einladung der Stadt in die Aula der Theodor-Heuss-Realschule waren am Montagabend rund 250 Bürger gefolgt. Sie hatten diverse Fragen zur künftigen Flüchtlingsunterkunft an der Wefelshohler Straße 1. In einer zweieinhalbstündigen Diskussion mit dem Bürgermeister äußerten sie Bedenken.

Zunächst nutzte Dieter Dzewas die Gelegenheit, klarzustellen, dass die Stadt mit der Unterbringung der ihr zugewiesenen Flüchtlinge einer Pflicht nachkomme. „Wir reagieren, um Obdachlosigkeit zu verhindern“, sagte er. Und: „Wir fahren auf Sichtweite. Momentan können wir nur davon ausgehen, dass es weitergeht wie im Jahr 2015. Deshalb sind wir weiter auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten.“

Das hauptsächliche Bestreben liege darin, Wohnungen zu finden, in denen Flüchtlinge unterkommen können, und im Zuge dessen auch den Sozialen Wohnungsbau – wohlgemerkt für alle Bürger mit Berechtigungsschein – voranzutreiben. Doch auch Sammelunterkünfte als vorübergehende Lösungen seien nötig. 

Brandmeldeanlage und viele Fenster sprechen für das Gebäude

Die erste Etage des Gebäudes an der Wefelshohler Straße eigne sich, um mit relativ geringem Aufwand eine solche Unterkunft einzurichten. Mit dem Vermieter – der Firma Schwarz & Born – habe die Stadt einen zeitlich befristeten Vertrag geschlossen, damit sich die Einrichtung schnell wieder auflösen lasse, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, so Dzewas. „Das Gebäude so zu nutzen, ist zumutbar und stellt keine massive Beeinträchtigung dar.“ Im Februar soll es bezugsfertig sein. 

Ralf Ziomkowski von der Zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt (ZGW) bestätigte, dass die Lösung am Wefelshohl sich anbiete, da das Gebäude bereits über viele Fenster und eine Brandmeldeanlage verfüge. „Der Vertrag läuft zunächst ein Jahr lang und kann um ein weiteres Jahr verlängert werden. Danach hat der Eigentümer etwas anderes mit dem Grundstück vor.“

Familienväter in Sorge

Mehrere Bürger äußerten teils heftig Sorgen, Bedenken und Unverständnis. Die Angst um seine vier Töchter beschäftigt einen Familienvater, der Gewalttaten und Kriminalität von Flüchtlingen fürchtet. 

Volker Mürmann, Leiter der Polizeiwache, versuchte den Bedenken mit Zahlen entgegenzuwirken: „29 Delikte in einem Vierteljahr, davon nur neun außerhalb der Einrichtungen, verteilt aufs ganze Stadtgebiet. Wovor haben wir Angst?“ 

Sorgen bereiten einigen Bürgern kulturelle und religiöse Unterschiede, mögliche Probleme bei der Integration, Verkehrsprobleme wegen der Belieferung der Unterkunft sowie anfallender Müll und Lärm. 

Positive Worte im Sinne der Menschlichkeit

Peter Berlet sagte, er habe einen „Mordsrespekt“ vor der Situation und betonte, dass diese seinem Unternehmen sicherlich keine besseren Umsätze bescheren werde, ermutigte die Lüdenscheider aber, das Beste daraus zu machen. „Ich bin nach heute guter Hoffnung, dass wir das schaffen.“ 

Positive Worte im Sinne der Menschlichkeit hatten sowohl Vertreter der Kirchen als auch Bürger parat.

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